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Druck aus Saudiarabien: Netflix streicht Satire aus dem Programm

US-Komiker Minhaj macht sich wegen des Khashoggi-Mords über Kronprinz bin Salman lustig. Das kam in Riad nicht gut an.

Machte sich über den Kronprinzen lustig: US-Komiker Minhaj
Machte sich über den Kronprinzen lustig: US-Komiker Minhaj

Der Streamingdienst Netflix hat unter dem Druck des saudiarabischen Königshauses eine Folge einer Comedy-Show aus dem Programm genommen. Netflix bestätigte am Dienstag, dass die Episode in Saudiarabien nicht mehr gezeigt werde.

In der Folge der Satire mit dem Titel «Patriot Act with Hasan Minhaj» zog der 33-jährige US-Komiker Minhaj über Kronprinz Muhammad bin Salman wegen der Ermordung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul sowie über Riads Militäreinsatz im Jemen her. «Wir unterstützen mit Nachdruck weltweit die künstlerische Freiheit und haben die Folge nur in Saudiarabien zurückgezogen, nachdem wir eine rechtskräftige Aufforderung erhalten haben» zur Befolgung der örtlichen Gesetze, erklärte eine Sprecherin des Streamingdienstes.

Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Jim Watson, AFP
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Mitglieder einer türkischen Menschenrechtsorganisation demonstrieren in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Erdem Sahin/EPA, Keystone
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Wie die britische Zeitung «Financial Times» berichtete, reagierte der Dienst auf eine Erklärung des Informationsministeriums in Riad, wonach die Satire gegen ein Gesetz zur Cyber-Kriminalität verstosse. Das Ministerium war zunächst nicht zu einer Stellungnahme erreichbar.

Der Regierungskritiker Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet worden. Die Tötung hatte weltweit für Aufsehen und diplomatische Verwerfungen gesorgt. Der US-Senat bezeichnete in einer Resolution den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed als «verantwortlich für den Mord». Dieser bestreitet eine Verwicklung. Mit ihrem Beschluss stellte sich die Kongresskammer gegen US-Präsident Donald Trump, der die Beteiligung des mächtigen Thronfolgers an dem Verbrechen anzweifelt.

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