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Ein Dorf ist ausser sich

Der Schweizer Luca Hänni singt morgen im DSDS-Finale. Sein Wohnort Uetendorf ist deshalb im Ausnahmezustand. Der Rummel ist so gross, dass der Gemeindepräsident wegen Überlastung kürzertreten muss.

Der jüngste «DSDS»-Sieger aller Zeiten: Luca Hänni gibt nach seinem Triumph den Siegertitel zum Besten. (28. April 2012)
Der jüngste «DSDS»-Sieger aller Zeiten: Luca Hänni gibt nach seinem Triumph den Siegertitel zum Besten. (28. April 2012)
Keystone
Glückwünsche vom Konkurrenten: Hänni verwies Daniele Negroni aus Regensburg auf den zweiten Platz. (28. April 2012)
Glückwünsche vom Konkurrenten: Hänni verwies Daniele Negroni aus Regensburg auf den zweiten Platz. (28. April 2012)
Keystone
Luca Hänni ziert auch das Cover einer Ausgabe der Jugendzeitschrift «Bravo».
Luca Hänni ziert auch das Cover einer Ausgabe der Jugendzeitschrift «Bravo».
zvg Hannes Zaugg
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Public Viewing, «Üse Luca»-Plakate und ein vom Dorfmetzger kreiierter Luca-Burger mit einem «L» aus Speck: Uetendorf ist vor dem Final von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) am Samstag im Luca-Hänni-Fieber.

Medienberichte, wonach Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf sogar vor Aufregung einen Zusammenbruch erlitten habe, relativiert das 6000-Seelen-Dorf allerdings auf seiner Website: Zaugg-Graf habe wegen Arbeitsüberlastung – auch im Zusammenhang mit dem Luca-Rummel – «akute Zeichen einer Erschöpfungsdepression» und müsse eine Weile leiser treten.

Für den Final verlegt die Gemeinde das Public Viewing von der Turnhalle in die grössere, 1000-plätzige Mehrzweckhalle Bach. Dort wird Dorfmetzger Wölfli auch seinen Luca-Burger anbieten. Auch T-Shirts und Poster werden verkauft. Diese Fanartikel liefen schon im Vorfeld so gut, dass man nachbestellen musste, wie aus der Gemeindeverwaltung verlautete.

«Nur visuell gucken»

Wie die Chancen des 17-jährigen Maurerlehrlings gegen seinen Widersacher, den um ein Jahr jüngeren Deutschen Daniele Negroni stehen, darüber sind Fans und Fachleute uneins. In leichter Überzahl sind die, welche Hänni seines besseren Aussehens wegen den Vorzug geben.

«Wenn wir nur visuell gucken würden, hätte Luca das beste Package», soll Dieter Bohlen dem Schweizer attestiert haben, berichtet Vocal-Coach Artemis Gounaki in einem Beitrag für den «Blick». Sie selber hält beide Finalisten für «gesanglich eher mau». Aber wenn sie sich das schon anhören müsse, wolle sie lieber in ein hübsches Gesicht schauen.

In einer Internet-Umfrage der «Bild»-Zeitung lag Hänni heute in Führung – allerdings relativ knapp mit 53 Prozent der Stimmen gegenüber 47 Prozent für Negroni.

Peinliche Panne

Wegen einer Internet-Panne wurde allerdings am Mittwoch der «visuell geguckt» schwächere Negroni vorzeitig als Sieger ausgerufen: RTL hatte für beide Finalisten eine entsprechende Seite erstellen lassen, und die des Deutschen wurde dann irrtümlich hochgeladen.

Egal wie das «Länderspiel» – O-Ton Hänni – ausgeht, Uetendorf will seinen prestigeträchtigen Provinz-Justin-Bieber so oder so mit allen Ehren empfangen. Nur der Zeitpunkt sei noch unklar, hiess es bei der Gemeindeverwaltung.

Unsicher in den hohen Tönen

Sollte Hänni gewinnen, könnte es eine Weile dauern, bis der Sonnyboy wieder in der Schweiz auftaucht. Dann müsste er am Sonntag das Video für die Siegersingle aufnehmen und in der Woche darauf das Album, wie er dem «Thuner Tagblatt» verriet. Über das Programm des Zweitplatzierten hat er sich, optimistisch wie er ist, gar nicht erst informiert.

Die Sieger-Single «Don't Think About Me» von Hit-Lieferant Dieter Bohlen haben beide Finalisten schon letzten Sonntag, direkt nach dem Halbfinal, aufgenommen. Bei den hohen Tönen habe er «ein bisschen murksen» müssen, vertraute Hänni treuherzig dem «Thuner Tagblatt» an.

SDA/rbi

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