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«Eine bemalte Moderatorin lässt man nicht vor die Kamera»

Radiofrau Bettina Bestgen moderierte für «Glanz & Gloria» am Schweizer Filmpreis. Dass sie dabei ihre Tattoos zeigte, missfiel TV-Kritiker René Hildbrand.

Bettina Bestgen interviewt Bundesrat Alain Berset am Schweizer Filmpreis in Genf. (Bild: Screenshot «Glanz & Gloria»)
Bettina Bestgen interviewt Bundesrat Alain Berset am Schweizer Filmpreis in Genf. (Bild: Screenshot «Glanz & Gloria»)

Als die Schweizer Kulturwelt am Freitag nach Genf schaute, dorthin, wo der Schweizer Filmpreis verliehen wurde, war auch «Glanz & Gloria» dabei. Das People-Magazin des SRF berichtete in einer Spezialsendung vom Kulturanlass. Und dafür hatte «G&G» eine seiner Gastmoderatorinnen entsandt: Bettina Bestgen, Moderatorin bei Virus, Macherin der SRF-3-Webserie «Inked» und selbst Trägerin zahlreicher Tattoos.

Dass Bestgen auch auf dem roten Teppich in Genf ihre Tätowierungen zeigte, missfiel offenbar dem Journalisten René Hildbrand; er widmete dem Auftritt der Moderatorin gleich eine seiner Fernsehkritiken im Branchenmagazin «Persoenlich». Dezente Tattoos wie Michelle Hunzikers Bändchen am Oberarm seien okay, schreibt Hildbrand, doch Bestgens grossflächige Tätowierungen gingen zu weit. Besonders missfiel dem Journalisten die Tatsache, dass Bestgen ärmellos Bundesrat Alain Berset interviewen durfte: «Sorry, aber eine so überladen ‹bemalte› Moderatorin lässt man nicht an einen Bundesrat ran. Und überhaupt nicht vor die Kamera.»

«Ich erwarte von Ihnen eine Entschuldigung!»

In seiner TV-Kritik gesteht René Hildbrand ein, Tattoos gehörten längst zum Mainstream, doch vor der Kamera hätten sie nichts verloren. «Menschen mit Kundenkontakt (in diesem Fall sind die TV-Zuschauer die Klientel) haben aussergewöhnliche Tattoos während ihrer Arbeit mit Kleidung zu bedecken.» Als Beispiel nennt Hildbrand «10 vor 10»-Moderator Arthur Honegger, dessen Tätowierungen unter dem Anzug verschwinden.

Ein Tattoo-Verbot gebe es bei SRF nicht, wie Mediensprecherin Andrea Wenger gegenüber Bluewin.ch sagte. «Allerdings dürfen Tattoos nicht im Mittelpunkt stehen und nicht vom Inhalt der Sendung ablenken.»

In den Kommentarspalten von «Persoenlich» löste René Hildbrands Kritik sogleich heftige Reaktionen aus. Dies vor allem, weil sich Hildbrand in seiner TV-Kritik nicht nur über Bettina Bestgens Tattoos, sondern auch über ihr angeblich fehlendes Talent und Potenzial enerviert. «Es geht nicht an, dass Sie durch solche Artikel jungen Menschen ihre Motivation nehmen oder gar verderben», schreibt etwa der Zürcher Radio- und Fernsehmoderator Patrick Hässig. «Ich erwarte von Ihnen eine Entschuldigung!»

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