Für immer Captain

Schauspieler Patrick Stewart schlüpft nach sechzehn Jahren wieder in seine ikonische Rolle als Jean-Luc Picard vom Raumschiff Enterprise.

Sorgte für Jubel: Patrick Stewart verkündet in Las Vegas seine Rückkehr als Jean-Luc Picard.


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Noch vor vier Jahren zögerte Patrick Stewart, als ihn eine Reporterin fragte, ob er jemals wieder Jean-Luc Picard spielen würde. «Wenn es einen guten Grund dafür gibt», lautete seine verhaltene Antwort. Seither hat sich offensichtlich einiges geändert, denn sechzehn Jahre nach dem letzten Einsatz wird Sir Patrick Stewart wieder den Enterprise-Captain Jean-Luc Picard geben.

Die Nachricht sorgte bei zahlreichen Trekkies für Jubel. Stewart spielte den Kommandeur der U.S.S. Enterprise von 1987 bis 1994 in «Star Trek: The Next Generation»; 187 Folgen lang, und danach noch bis 2002 in vier Kinofilmen. Anders als sein Vorgänger James T. Kirk war Picard kein Draufgänger, sondern ein pflichtbewusster und etwas trockener Starfleet-Offizier. Einer, für den jedoch das Wohl der Besatzung stets erste Priorität hatte. Und der kompromisslos für ethisches Handeln und Verständigung zwischen den Völkern einstand. Das machte die Figur zum Idol bis weit über Fankreise der Serie hinaus. Das «Forbes Magazine» etwa erklärte Picard zum Vorbild für Führungskräfte jeglicher Art.

Inspirationsquelle: Die Figur des Jean-Luc Picard gilt als Vorbild.

Picard, der Shakespeare-Fan

Patrick Stewart kommt 1940 im nordenglischen Mirfield zur Welt. Die Mutter ist Weberin, der Vater Soldat. Mit zwölf steht Stewart zum ersten Mal auf der Bühne. Mit sechzehn verlässt er die Schule und arbeitet als Journalist. Ein Stipendium ermöglicht es ihm schliesslich, in Bristol Theater zu studieren. Seine Karriere als Schauspieler nimmt bald Fahrt auf; mit 26 wird Stewart in die renommierte Royale Shakespeare Company aufgenommen. Die Rolle in «Star Trek» macht ihn zum international bekannten Schauspieler. Doch Shakespeare bleibt er treu – immer wieder spielt er etwa Hamlets Onkel Claudius auf der Bühne und in BBC-Adaptionen. Und Stewarts Passion wird auch die von Jean-Luc Picard: Der Captain ist Shakespeare-Fan, mindestens einmal entschärft er mit einem Sonnet-Zitat gar eine brenzlige Situation.

Doch gerade diese Nähe bewirkt, dass Stewart des Captains überdrüssig wird. «Irgendwann wusste ich nicht mehr, wo Picard anfing und ich aufhörte», sagte er einmal. Stewart fürchtet auch um seine Karriere. Dass er mit Professor Xavier in der «X-Men»-Reihe aussgerechnet eine weitere Mentorenfigur à la Picard spielt, nimmt Stewart dann dennoch mit Humor. Auch mit Picard selber versöhnt er sich irgendwann, parodierte ihn gar in Serien wie «Robot Chicken» und «Family Guy». Er habe viel von dieser Figur gelernt, so Stewart.

Stewart nimmt seine Rolle gerne hoch: Szene aus «Robot Chicken».

Das Leben nach der Enterprise

Der Schauspieler ist heute ein Sympathieträger, vielleicht gerade weil er Züge mit Picard teilt. Als Kind war er Zeuge geworden, wie sein vom Krieg traumatisierter Vater immer wieder die Mutter schlug. Heute engagiert er sich für Kriegsveteranen und für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden.

Der Sender CBS will nun Picards Geschichte nach seiner Zeit auf der Enterprise erzählen. Ob das funktioniert, wird sich zeigen, waren in den vergangenen Jahren doch Serien erfolgreich, deren Protagonisten kantiger, kaputter waren. «Ich bin begeistert, als Jean-Luc Picard zurückzukehren», verkündete zumindest Stewart. Denn: «Wir werden neue Dimensionen für ihn auskundschaften.» Na dann, «make it so», wie Picard sagen würde, «Machen Sie es so.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.08.2018, 22:11 Uhr

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