«Game of Thrones»: Das grosse Schlachten beginnt

Die letzte Staffel der Erfolgsserie liefert bald Antworten: Wer erobert den Eisernen Thron? Wir sehen zehn Möglichkeiten.

In der Serie «Game of Thrones» kommt es Mitte April zum Endspiel.

In der Serie «Game of Thrones» kommt es Mitte April zum Endspiel.

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Es ist das Fernsehereignis des Jahres. In sechs wöchentlichen Folgen findet der Machtkampf im fiktiven Königreich Westeros ein Ende. Diverse kämpfen um die Macht, die Allianzen wechseln ständig, blutig bleibt es immer.

Begonnen hatte alles am 17. April 2011 mit der Ausstrahlung der ersten Episode der Fantasy-Serie nach der Romanreihe «A Song of Ice and Fire» von George R. R. Martin. Die vom Sender HBO unter dem Titel «Game of Thrones» produzierte Serie schlug beim Publikum und bei Kritikern sofort ein.

Die Zahlen: bis jetzt 67 Folgen, zuletzt 32,8 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer auf allen Plattformen, insgesamt 45 Emmys (das sind die TV-Oscars). Aber auch 186 Tote unter den 330 wichtigen Figuren der Serie (und kaum jemand starb natürlich), immer wieder Diskussionen wegen der drastischen Darstellung von Gewalt und Sex.

Jetzt, wenn das Ende naht, interessiert die vielen Fans nur noch eine Frage: Wer erobert am Ende den umkämpften Eisernen Thron? Wer wird kurz vor dem Ziel noch gemeuchelt? Oder wird die Welt am Ende gar von den Weissen Wanderern ganz zerstört, die vom Norden her den Kontinent Westeros mit einer Untoten-Armee überfallen? Die Antworten gibts spätestens am 19. Mai 2019. Dann wird die allerletzte Folge ausgestrahlt.

Eigentlich kann es nur eine geben. Seit der allerersten Staffel ist die «Mutter der Drachen» Favoritin. Sie plant die Rückeroberung des Throns, der einst ihrem Vater, dem «Mad King» gehörte, von langer Hand und umsichtig. Jenseits der Meere, auf dem Kontinent Essos, sammelt sie Truppen, Berater und lernt Regierungsverantwortung. Sie arbeitet sich von einer an einen wilden Stammesfürsten verschacherten Ehefrau hoch zur Regentin, kann brutal sein (Exekution durch Grillieren mittels Drachen), zeigt aber auch Verantwortung und Mitgefühl (Befreiung aller Sklaven). Gegen sie spricht eigentlich nur etwas: Ihr Sieg wäre zu offensichtlich und zu langweilig für «Game of Thrones». Aber wer oder was wird sie stoppen?

Seit dem Finale der siebten Staffel wissen wir, was viele Fans geahnt haben: Jon ist ein Sprössling der alten Königsfamilie Targaryen. Prinz Rhaegar Targaryen schwängerte und heiratete – heimlich, aber legal – Jons Mutter Lyanna Stark, was aus dem vermeintlichen Bastard den Thronfolger macht. Doch auch Jons Krönung ist zu offensichtlich. In einer Serie wie «Game of Thrones», wo Twists gross geschrieben werden, läufts wohl darauf hinaus, dass Jon den Thron ergattert – dann aber gemeuchelt wird. Zumal er ja bereits einmal starb. Fan-Liebling Jon Snow, so siehts nüchtern betrachtet aus, muss am Ende zurück in die Gruft.

Das Böse an sich. Lächelnd bringt sie ihre Freunde und Feinde um, tötet mit einem vergifteten Kuss oder einer Bombe (Wildfire), die eine ganze Kathedrale in die Luft jagt. Sie bricht Verträge und Versprechen und zeugt Kinder mit ihrem Bruder. Das ist selbst für «Game of Thrones»-Verhältnisse zu viel. Nein, kein Thron für Cersei. Sondern wohl ein – äusserst spektakulärer – Tod.

In der allerersten Staffel fragt Jon Snow den Zwerg Tyrion, warum er so viel lese. Dieser antwortet: «Mein Bruder hat sein Schwert, König Robert hat seinen Kriegshammer, und ich habe meinen Verstand ... und ein Verstand braucht Bücher wie ein Schwert den Wetzstein.» Tyrion ist nicht nur eine der beliebtesten Figuren der Serie, sondern auch eine der weisesten. Und sollten Könige nicht weise sein? Ausserdem hat er als «Hand» verschiedener Könige Regierungserfahrung und mausert sich so im Lauf der Serie vom Trunkenbold zum Taktiker, der aber nie das Wohl der Untertanen aus dem Auge verliert. Was das Jobprofil betrifft, ist Tyrion ein Spitzenkandidat.

«Sansa, Sansa, Sansa», pflegt der Bordellbesitzer und Intrigant Littlefinger zu flüstern, der die Rothaarige aus dem Hause Stark liebt und ihr gleichzeitig grosses Leid antut. Keine musste so untendurch wie sie, sie war mit den beiden schrecklichsten Männern der Serie liiert, die sie sadistisch misshandelten. Aber sie überlebte alles, und die Impulsivität aller andern könnte sie tatsächlich auf den Thron bringen. Schliesslich bewies sie in der siebten Staffel, in Abwesenheit des Königs des Nordens, Regierungsqualitäten. Das einzige Problem: Sie glaubt selber noch nicht so richtig daran.

Sansas Schwester Arya hat eine jahrelange Odyssee durch alle Milieus Westeros hinter sich. Sie ist geprägt von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn, dazu pragmatisch und unsentimental. Als eine der Sympathieträgerinnen der Serie hätte sie auch den Segen der Zuschauer. Doch wie Tyrion hat sie keine Armee, keine Drachen, kein Wildfire. Den Thron besteigt sie nur, wenn Daenerys & Co. sich gegenseitig neutralisieren und Sansa ins Grass beisst. Was in «Game of Thrones» nicht abwegig ist.

Gendry? Der Schmied, der manchmal aus ganzen Staffeln verschwindet, hat nicht die Bekanntheit aller anderen Figuren. Aber Vorsicht: Er ist ein königlicher Bastard, wird deswegen immer wieder gejagt. Und entzieht sich den Häschern immer wieder, wobei man nicht recht weiss, ob mit Geschick oder durch Naivität. Gut möglich, dass er sich bis zum Thron durchschlängelt.

Je länger die Serie dauert, desto mehr erinnert sie an den «Herrn der Ringe». Gut gegen Böse, Licht gegen Dunkelheit, Menschen gegen Zombies (Orks). Da kann man nur hoffen, dass das Ende nicht ähnlich kitschig wird: eine königliche Hochzeit nach ein paar epischen Schlachten. Eine Möglichkeit für die Autoren, ein solches Finale zu verhindern, ist ein Sieg des Night King. Es wäre auch ein Ende im Stil des Anfangs der Serie, unverhofft und düster. Und: Der Night King wird bisweilen ja auch als Metapher auf den Klimawandel gelesen: die unheimliche Bedrohung, die zu lange ignoriert wird, weil die Menschen lieber untereinander kären. Was für ein kühner Schluss: Der Night King auf dem Eisernen Thron, Westeros versinkt 1000 Jahre in Dunkelheit! Doch für die meisten Zuschauer dürfte dieses Szenario unbefriedigend sein. Ausserdem hat «Thrones»-Schöpfer George Martin ein «bittersüsses» Ende versprochen. Da muss der Night King wohl gebodigt werden.

Bittersüss? Dafür wäre der zweitjüngste Sohn aus dem Hause Stark der beste Kandidat. Wir erinnern uns: Er war ein aufgeweckter Junge, der die Wände des Schlosses Winterfell hochkletterte – bis er von Jamie und Cercei Lannister zu Fall gebracht und zum Krüppel gemacht wurde. Damit begann seine innere Verwandlung: Auf langen Reisen in den Norden wurde er zum dreiäugigen Raben, einem Seher, der sich in andere Personen hineinlesen kann. Eine gängige Fantheorie sagt gar, er selber sei der mysteriöse Night King. So weit würden wir nicht gehen. Aber er ist eine durch und durch ambivalente Figur, die Freunde und Feinde stoisch ignoriert und noch einiges zu verbergen scheint. Perfekt für ein bittersüsses Ende.

Einer der wiederkehrenden Slogans im Epos lautet «Break the Wheel», durchbreche den Kreislauf. Gut möglich also, dass jemand aus den Reihen der Aufrechten den Thron erobert – und dann die Demokratie in den sieben Königreichen ausruft. Ein weiteres Szenario, in dem niemand auf dem Thron sitzt, ist pessimistischer: Am Ende sind alle tot. Nur Drache Drogon kreist einsam über den abgebrannten Landen ...

Erstellt: 31.03.2019, 07:11 Uhr

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