«Ich drücke Andrea Vetsch die Daumen»

Susanne Wille musste gestern «10 vor 10» absagen. Und was ist heute?

Softwarepanne: Susanne Wille am Donnerstagabend. Video: Tamedia/SRF

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Warum genau ist das gestrige «10 vor 10» ausgefallen?
Ich wünschte, wir wüssten es ganz genau. Leider kennen wir die Gründe noch immer nicht. Es war schon ein ziemlicher Frust, plötzlich ging überhaupt nichts mehr. Wir versuchten mehrmals, die ganzen Softwaresysteme neu aufzustarten. Aber es klappte einfach nicht. Wir konnten kein Bild, keine Beiträge, keine Grafiken zeigen. Was wir momentan sagen können: Es gab keine Dritteinwirkung. Es waren keine Hacker. Sie können mir aber glauben, dass Spezialisten mit Hochdruck nach der Ursache suchen. Wir wollen nicht, dass das nochmals passieren kann.

Wann wussten Sie, dass die Sendung ausfallen wird?
Ungefähr um 21.40 Uhr. Bis dahin dachte ich: «Wird schon noch funktionieren.» Und dann musste ich auch schon die Absage der Sendung improvisieren. Zum Glück habe ich viel Live- und Improvisationserfahrungen.

Sie hatten die Bundesratskandidatin Isabelle Moret ins Studio eingeladen.
Sehr ärgerlich, ja. Ich überlegte mir, einfach die ganze Sendung mit Moret zu bestreiten. Ich hätte das gern gemacht. Aber die Zuschauer schalten ja mit der Erwartung «10 vor 10» ein, umfassend über den Tag informiert zu werden. Zudem hätten wir danach aus Fairness den anderen Bundesratskandidaten eine ähnliche Plattform bieten müssen. Aber wie gesagt, wir hätten keinen einzigen Beitrag zeigen können, eine unmögliche Situation; darum haben wir die Sendung ausfallen lassen.

Gibt es heute ein «10 vor 10»?
(lacht) Ich gehe fest davon aus. Aber 100 Prozent sicher sind wir natürlich nicht. Ich werde jedenfalls vor dem Fernseher sitzen und meiner Kollegin Andrea Vetsch die Daumen drücken. Wir werden vorher sicher noch kurz telefonieren.

Wird die TV-Technik komplexer? Muss man deshalb künftig mit häufigeren Ausfällen rechnen?
Die Technik wird komplexer, das ist so. Aber als Journalistin dränge ich natürlich darauf, dass wir unsere Arbeit immer präsentieren können, notfalls über sogenannte Havarie-Szenarien, mit eingeschränkten Mitteln. Normalerweise klappt das auch. Aber so etwas wie gestern habe ich noch nie erlebt. Und ich kann und will nicht akzeptieren, dass wir eine Sendung nicht zeigen können. (lsch)

Erstellt: 11.08.2017, 16:32 Uhr

Susanne Wille (*1974) arbeitet seit 2001 als Moderatorin und Reporterin beim SRF. (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

Man verstand sich nicht so gut

Video Christa Rigozzi, Kesb-Wut und die Anarchie des Zuschauertelefons: Das war die Premiere von «Arena/Reporter». Mehr...

Heikle SRF-Story zur Megafusion

Bereits vor der Bekanntgabe der Fusion sprach das Schweizer Fernsehen mit den beiden CEOs darüber. Experten zeigen sich darüber befremdet. Mehr...

SRF mit «Arena/Reporter» zufrieden

Gestern Sonntagabend ist die erste Ausgabe von «Arena/Reporter» über die Schweizer Bildschirme geflimmert. Bei SRF überwiegen die positiven Eindrücke zur Sendung und zu den Zuschauerzahlen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Lange Nase: Tänzer zeigen eine Episode ihres Stücks vor dem Opernhaus in Sydney. (22. August)
(Bild: EPA/DAVID MOIR ) Mehr...