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Geniessender Anarchist

In unserer neuen Serie beichten Redaktion Tamedia-Journalisten Kultursünden. Heute: Alf, der putzige Alien mit den acht Mägen.

Lange verzichteten meine Eltern darauf, einen Fernseher zu kaufen. Dieser pädagogische Entscheid erschien mir, dem Primarschüler, durchaus einleuchtend. Ich hatte keine Einwände. Ebenso einleuchtend erschien mir, dass ich die zweifelsfrei nötige TV-Dosis nun extern besorgen musste. Erste Anlaufstelle waren meine Kumpels Bruno und Andi, die im Block ein paar Stöcke über uns wohnten.

Die Dosis war dann etwas stärker als erwartet, denn Bruno und Andi schauten von morgens bis abends Hai-Filme. Bruno und Andi waren besessen von ihren Hai-Filmen. In meiner Erinnerung ist Spielbergs „«Weisser Hai»“ tatsächlich der allererste Film überhaupt, den ich gesehen habe. Kein guter Start, wirklich nicht. Hai-Filme von morgens bis abends also: Hai, Blut riechend, Hai an blutigem Haken, Hai mit blutigem Menschenbein. Keine Ahnung, woher Bruno und Andi – denen ich im Übrigen für das TV-Asyl sehr dankbar war und deren cineastische Auswahl ich nicht im Traum kritisiert hätte – diese Filme hatten.

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