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Günstige Autos, fehlendes Fleisch und teuflische Schauspieler

Am Sonntag findet die 47. Superbowl statt. Die Werbespots in der Halbzeitpause sind dabei für viele das grössere Ereignis als das Football-Spiel. Sehen Sie hier die bereits bekannten Highlights.

3,5 Millionen kostet ein halb minütiger Werbespot in der Superbowl-Halbzeitpause – weil etwa 800 Millionen Zuschauer dann vor dem Fernseher sitzen, sind die Werbeplätze trotzdem im Nu ausgebucht. Auch bei der Produktion der Spots werden keine Kosten gescheut und für Planung, Regie und Schauspiel nur Superstars gebucht. Die Spots werden oft mit eigenen Teasern angekündigt und tauchen oft schon vor der Ausstrahlung im Internet auf.

Am meisten geklotzt hat dieses Jahr wohl Mercedes (im Topelement). Die Deutschen haben R-&-B-Sänger Usher, Star-Model Kate Upton und Schauspieler Willem Dafoe engagiert. In den 90 Sekunden wird ein faustischer Pakt des von Dafoe gespielten Teufels durch ein supergünstiges Angebot von Mercedes verhindert.

Mehr zu reden gab ein Spot von der Konkurrenz VW. Darin ist ein eher biederer, weisser Büroangestellter plötzlich von karibischer Lebensfreude erfüllt und redet mit dem entsprechenden Akzent – weil er eben einen VW fährt. Der Clip wurde als rassistisch und politisch unkorrekt verurteilt. Unterstützung erhielt VW von jamaikanischen Musikern wie Sean Paul und Inner Circle. Auch der Tourismusminister des Landes ist begeistert: «Es ist eine sehr kreative Werbung, die die enorme Anziehungskraft unseres Landes und seiner gastfreundlichen Leute aufgreift.»

Mit minimalem Einsatz holte Sexfilm-Anbieter Pornhub das Maximum heraus. Obwohl von Anfang an klar war, dass sein Werbespot nicht gesendet wird, weil Werbung für Pornografie nicht erlaubt ist und der Spot mit 20 Sekunden zu kurz ist, haben sie ihn eingereicht. Jetzt reden alle über das alte Paar, das vor einem gefrorenen See sitzt (Symbol für ihre verlorene Lust?), während er vor sich hin grinst (weil er ja Pornhub hat).

Unzählige Klassiker wurden in den letzten Jahrzehnten gezeigt. So sorgte im letzten Jahr Chrysler mit seinem «Halftime in America»-Spot mit Clint Eastwood für Aufsehen.

McDonalds liess 1993 Michael Jordan und Larry Bird gegeneinander antreten – ein Big-Mac-Menü ist dabei der Einsatz. Die damals besten Basketballspieler der Welt messen sich bei einer Runde H.O.R.S.E., bei dem es darum geht, den Ball aus möglichst schwieriger Position in den Korb zu befördern. Weil beide so gut sind, dauert das eine Weile.

«Where's the beef?», fragen die Senioren in diesem Werbespot der Fast-Food-Kette Wendy's von 1984, in dem deutlich gesagt wird, dass man selber die besten Burger mit viel mehr Fleisch drin habe als die Konkurrenz. Der Slogan «Where's the beef?» ging in die Alltagssprache ein.

Apple hatte 1984 eine ganz andere Position als heute. Mit ihrem Clip, bei dem Starregisseur Ridley Scott Regie führte, wollten sie bekannt geben, dass das Jahr 1984 ganz anders würde als in George Orwells Roman «1984» ausgeführt. Ironischerweise ist das Unternehmen bald 30 Jahre später selber oft genug dem Vorwurf ausgesetzt, «1984»-mässig zu agieren.

Charles Edward «Mean Joe» Greene gilt als einer der besten Football-Spieler aller Zeiten. Mit seinen Pittsburgh Steelers dominierte er in den 1970ern und gewann mehrmals die Superbowl. Grund genug für Coca-Cola, ihn für eine Werbung zu verpflichten, in der ihn ein kleiner Fan mit einer Flasche Coke erfreut, worauf sich Green mit seinem Trikot revanchiert.

Nicht alle Werbespots wurden schon im Vorfeld gezeigt. Die Halbzeit der Superbowl wird sicher noch die eine oder andere Überraschung bereithalten.

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