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Hält das 2016 jemand ernsthaft für lustig?

Woody Allen hat eine TV-Serie gedreht, unter anderem spielt Miley Cyrus mit. Das Resultat ist schlimm.

Peter Praschl

Woody Allen ist jetzt 80 und längst eine Legende. Er hat seinen Platz in der Filmgeschichte, er braucht keine Oscars mehr, er könnte ein komfortables Leben führen, alte Filme gucken, auf seiner Klarinette SPD-Jazz spielen und aus sicherer Entfernung die Gegenwart verachten. Stattdessen nimmt er an ihr teil. Amazon hat ihn dazu überredet, eine Fernsehserie für das Streaming-Angebot des Unternehmens zu drehen, ihn, einen Mann, der Fernsehen und Computer verachtet.

Nun spielt Allen in «Crisis in Six Scenes» sechs knapp halbstündige Folgen lang ganz in beige einen mittelbegabten Schriftsteller namens Sidney J. Munsinger, der Ende der 60-er Jahre eine Sitcom für das Fernsehen schreiben will, das er verachtet. Müsste er nicht, das Haus ist abbezahlt, seine Frau Kay eine gut beschäftigte Ehetherapeutin, seine Probleme erschöpfen sich darin, dass er es einfach nicht schafft, den neuen Grill in Betrieb zu nehmen. Doch dann taucht plötzlich Lennie auf, eine von Miley Cyrus gespielte junge Frau, die einer maoistischen Gruppe namens «Constitutional Liberation Army» angehört. Sie braucht nach ihrem Gefängnisausbruch, bei dem ein Wärter erschossen wurde, ein paar Tage Unterschlupf, ehe sie sich nach Kuba absetzen kann, und Kay weist sie nicht ab, weil sie Lennies Familie noch einen Gefallen schuldig ist.

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