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«heute-show» durfte Plüsch-Hasen kreuzigen

Die Staatsanwaltschaft Mainz wird nicht wegen eines ans Kreuz genagelten Plüsch-Osterhasen gegen die Macher der ZDF-«heute-show» vom 6. April ermitteln.

Kein Ermittlungsverfahren nach Beitrag mit gekreuzigtem Plüsch-Osterhasen. (Bild: Screenshot/Youtube/ZDF heute-show)
Kein Ermittlungsverfahren nach Beitrag mit gekreuzigtem Plüsch-Osterhasen. (Bild: Screenshot/Youtube/ZDF heute-show)

Der «heute»-Show-Moderator Oliver Welke hat durch einen Satirebeitrag mit einem gekreuzigten Plüsch-Osterhasen nicht gegen Strafvorschriften verstossen. Die Staatsanwaltschaft Mainz werde kein Ermittlungsverfahren wegen des am 6. April ausgestrahlten Beitrags einleiten, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller am Dienstag in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt mit. Der Inhalt des Beitrags und dessen Verbreitung erfüllten keinen Straftatbestand.

Wegen des Beitrags waren mehrere Strafanzeigen gegen Welke bei der Mainzer Behörden eingegangen. Die Staatsanwaltschaft gelangte jedoch zu der Auffassung, dass sich die Macher der «heute»-Show nicht wegen Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsvereinigungen strafbar gemacht hätten. Dazu hätte der Beitrag eine Störung des öffentlichen Friedens nach sich ziehen müssen – was aber nicht der Fall gewesen sei.

So sei «nicht feststellbar, dass der in Rede stehende Beitrag – mag er auch manchen als geschmacklos erscheinen oder gläubige Christen empören – dergestalt beschimpfenden Charakter im strafrechtlichen Sinne hätte, dass er Glaubensinhalte verächtlich machen würde und deshalb geeignet wäre, den öffentlichen Frieden zu stören», erklärte die Behördenleiterin.

Der «Traditionshase»

In dem Satirebeitrag hatte die «heute»-Show Medienberichte aufgegriffen, wonach bestimmte Schokoladenosterhasen auf Kassenbelegen bestimmter Kaufhäuser als «Traditionshase» bezeichnet werden. AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen sah den Berichten zufolge darin eine «Unterwerfung» unter die «politische Korrektheit» und den Islam. Im Gegenzug war in der «heute»-Show darauf hingewiesen worden, dass die Bezeichnung «Traditionshase» bereits seit 1992 für die entsprechenden Hasen verwendet werde.

Welke hatte laut Staatsanwaltschaft im weiteren Verlauf der Sendung «in erkennbar ironischer Weise» bekannt, er könne einen Teil der Aufregung sogar verstehen – schliesslich sei der Osterhase «die zentrale Figur der christlichen Mythologie». Diese «offenkundig abwegige Bewertung» wurde sodann der Behörde zufolge durch verfremdete künstlerische Darstellungen von Szenen der Passionsgeschichte unterlegt, in denen eine Osterhasenfigur aus Plüsch Jesus Christus ersetzte.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft verfolgte dieser Satirebeitrag nicht die Absicht, die Inhalte eines religiösen Bekenntnisses zu beschimpfen oder verächtlich zu machen. «Vielmehr soll bei Zugrundelegung des Kontextes – in gewiss pointierter und überspitzter Weise – verdeutlicht werden, dass die Kunstfigur des 'Osterhasen' gerade nicht zu den Glaubensinhalten des Christentums gehören dürfte», erklärte die Leitende Oberstaatsanwältin.

Dadurch habe gleichzeitig die Einschätzung, mit der Bezeichnung «Traditionshase» sei eine «Unterwerfung unter die politische Korrektheit und den Islam» verbunden, ad absurdum geführt werden sollen.

Um diesen Beitrag hatte sich die Justiz zu kümmern. (Quelle: YouTube/ZDF heute-show)

AFP/nag

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