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Höhere Gewalt

Der neue Luzerner «Tatort» kam sogar in Deutschland gut an. Die Zuschauerquote war trotzdem auf einem Rekordtief. Wieso?

Eine junge Frau liegt in einer kleinen Wohnung in ihrem Blut. Das ist die Ausgangslage einer der besten Flückiger/Ritschard-Krimis.
Eine junge Frau liegt in einer kleinen Wohnung in ihrem Blut. Das ist die Ausgangslage einer der besten Flückiger/Ritschard-Krimis.
PD
Kommissar Flückiger (Stefan Gubser) fürchtet sich nicht vor Bossen (im Hintergrund Jean-Pierre Cornu als sein Chef Mattmann und, ihn zurückhaltend, Delia Mayer als seine Kollegin Liz Ritschard) und Bankern – nur vor Hunden.
Kommissar Flückiger (Stefan Gubser) fürchtet sich nicht vor Bossen (im Hintergrund Jean-Pierre Cornu als sein Chef Mattmann und, ihn zurückhaltend, Delia Mayer als seine Kollegin Liz Ritschard) und Bankern – nur vor Hunden.
PD
Pierre Siegenthaler als glatzköpfiger und undurchschaubar-freundlicher Bankchef Sonderer ist super.
Pierre Siegenthaler als glatzköpfiger und undurchschaubar-freundlicher Bankchef Sonderer ist super.
PD
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Die Redaktion Tamedia-Leser sind sich einig: Der neuste Schweizer «Tatort» ist ein starkes Stück Krimi. Die Geschichte um einen deutschen Banker und Whistleblower war temporeich und gleichzeitig von subtiler Paranoia geprägt. Interessanterweise sehen es die deutschen «Tatort»-Kritiker ähnlich. Das ist keine Selbstverständlichkeit; das Schweizer «Tatort»-Team ist das unbeliebteste in Deutschland.

Die FAZ klingt zwar noch gönnerhaft («Man merkt das Bestreben der Schweizer, besser zu werden»), aber bereits beim «Spiegel» ist man erfreut: «Der Schweizer ‹Tatort› wird ja oft belächelt – vollkommen zu Unrecht, wie dieser Finanzschocker zeigt.» Und der «Stern» spricht gar vom «sicher besten Schweizer Beitrag» – «eine aufregende Killerjagd».

Die «Rheinische Post» findet, dass «weniger Idylle nie war – und dass der Schweizer ‹Tatort› als kühler Thriller zwischen Verschwörungstheorie und Bankenskandal daherkommt». Das funktioniere. Vor allem gab es zu ersten Mal Lob von der «Bild»-Zeitung, die den Schweizer Tatort bisher am liebsten abgeschafft hätte: «‹Verfolgt› ist wahrscheinlich der bisher stärkste Schweizer «Tatort»: temporeich, spannend, klug. Bitte mehr davon!»

So viel Lob tut gut. Doch aus dem Quotentief in Deutschland kommt die Schweiz mit der neusten Folge trotzdem nicht heraus. Denn ausgerechnet gestern zur «Tatort»-Zeit spielte die deutsche Fussballnationalmannschaft einen EM-Qualifikationsmatch. Nur 6,27 Millionen Zuschauer schalteten sich zu. Das ist die schlechteste Quote unter allen sieben Luzern-Tatorten und unter allen «Tatort»-Folgen die schlechteste Quote seit Dezember 2011. Zum Vergleich: Vor einer Woche sahen fast neun Millionen Menschen auf der ARD den «Tatort». Ausgerechnet als das österreichischen Ermittlerteam dran war.

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