Zum Hauptinhalt springen

Knight Rider rast wieder für Recht und Ordnung

Darauf hat die Welt gewartet: Die 80er-Serie «Knight Rider» wurde neu aufgelegt. Ohne David Hasselhoff – dafür mit mehr Sex und Terror.

Das Original und sein Remake: «Knight Rider» anno 1983 mit David Hasselhoff und 2008 mit Justin Bruening.
Das Original und sein Remake: «Knight Rider» anno 1983 mit David Hasselhoff und 2008 mit Justin Bruening.

25 Jahre ist es her, seit David Hasselhoff mit seinem sprechenden Auto KITT für Recht und Ordnung sorgte. Was seine Gegner ausgefressen hatten, war jeweils nicht genau erkennbar. Musste es auch nicht: KITTs Kunststücke, wie Turbo Boost oder Super Pursuit Modus, legitimierten den Prime-Time-Platz alleweil.

Die unschuldige Anything-Goes-Mentalität des Reagan-Amerikas ist in der Neuauflage verschwunden. Stattdessen bedient man sich bei Serien wie 24 oder Alias und tischt einen schnell geschnittenen Mix aus Terrorismus und Hightech auf.

Neue Zeiten, neue Helden

Offiziell ein Mustang (früher war er ein Pontiac Trans Am), ist KITT in der Lage, die Gestalt anderer Autos anzunehmen. Sogar seinen Benzinverbrauch kann er dank Solartechnologie um 90 Prozent senken. Sprechen tut die Karre natürlich immer noch; Top-Schauspieler Val Kilmer – aus welchen Gründen auch immer – übernahm den Stimmen-Part.

KITTS wahre Wunderwaffe ist jedoch eine Karosserie aus Nanotechnologie, die ihn unverwundbar macht – sogar gegen Raketenangriffe. Einen solchen erleidet er in der ersten Episode der Neuauflage, worauf er in einer «hochentwickelten Art von Napalm» Flammen fängt. Während sich das angeschossene Auto regeneriert, entledigen sich im Innern der Held und seine Angebetete ihrer Kleider. So ein Raketenbeschuss ist halt heiss.

Neu heisst der Held Mike Traceur

Solch frivoles Verhalten erinnert mehr an James Bond, als an den guten alten Michael Knight. Der hatte damals zwar auch einen Love Interest, aber an die Wäsche durfte er ihr nie. Die Zeiten ändern sich eben – und mit ihr die Helden. Dieser heisst in der neuen Knight-Rider-Serie Mike Traceur (Justin Bruening) und ist der Sohn von Michael Knight. Wie sein Vater, kann Mike auf ein tolles Team zählen. Leider operiert dieses nicht mehr wie früher von einem fahrenden Riesentruck aus, sondern sitzt in einem Raum voller blinkender Bildschirme.

Das krude Remake wird vom Sender NBC konsequent ironiefrei präsentiert, wohl in der Hoffnung, keine nostalgischen Erinnerungen ans kultige Original hochkommen zu lassen. Doch aller Post-9/11-Schnickschnack kann nicht über den grossen Abwesenden der Neuauflage hinwegtäuschen: David Hasselhoff.

Hasselhoffs behaarte Brust

Man will es sich fast nicht eingestehen, doch Hasselhoffs staksige Gestalt und die behaarte Brust verliehen dem Original eine menschliche Komponente. Eine solche geht der neuen Serie völlig ab. Mit seinen Flitzern, halbnackten Frauen und Hightech-Gadgets ist sie ein Zeitvertreib für gelangweilte 12-Jährige. Doch das war «Knight Rider» vor 25 Jahren wohl auch.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch