Zum Hauptinhalt springen

Kurzfilm der Woche: Kuckucksuhren und Minarette

In ihrer Puppenanimation «Heimatfilm» setzen sich vier junge Regisseure der Hochschule Luzern auf wortlose und dennoch humorvolle Weise mit der Schweizer Angst vor dem Fremden auseinander.

«Heimatland» von Loretta Arnold, Andrea Schneider, Marius Portmann und Fabio Friedli.

Die Minarett-Initiative sorgte 2009 nicht nur in der Schweiz für viel Wirbel. Sogar US-Komiker John Stewart nahm die Volksabstimmung für seine «Daily Show» aufs Korn. Auch die vier Studenten der Hochschule Luzern Loretta Arnold, Andrea Schneider, Marius Portmann und Fabio Friedli wagen sich an dieses kontroverse Thema heran – in ihrem mit Puppen animierten «Heimatfilm».

Darin wird Hausi porträtiert, ein Schweizer Patriot. Er hat sein Leben gerne geregelt, schneidet seinen Frühstückstoast zu einem Schweizer Kreuz und aus seinem Radiowecker ertönt Ländlermusik. Umso dramatischer ist, als ein Muslim in die Wohnung nebenan zieht und das zufriedene Leben heillos durcheinanderbringt.

Überall sieht Hausi die Anzeichen dafür, dass seine geliebte Heimat dem Untergang geweiht ist – das aus der Zeitung wachsende Minarett und der Muezzin aus der Kuckucksuhr sind wunderbar ironische Metaphern für die Angst vieler. Den vier Nachwuchsregisseuren gelingt hier trotz der Komplexität des Themas eine äusserst humorvolle und unangestrengte Abhandlung. Auch die liebevoll animierten Figuren haben einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass der Film Spass macht. Und am Ende wird sowieso alles gut: Als der muslimische Nachbar Hausi am Ende des Films das Leben rettet, schunkelt der sogar fröhlich zu orientalischen Melodien.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch