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«Man ist unserer Forderung nachgekommen»

Eine Jury beurteilt künftig die Darbietungen am European Song Contest. Endet damit die Pleitenserie der Schweiz? Florian Kohler, Head of Delegation für den Wettbewerb beim SF ist optimistisch.

Herr Kohler, dürfen wir nun darauf hoffen, dass der Schweizer Interpret wieder Chancen hat? Die Einsetzung der Jury kommt uns zweifellos entgegen. Denn damit können gewisse Mechanismen durchbrochen werden, die für uns nachteilig waren. Wie die Jurys zusammengesetzt sein werden und wie stark sie das Schlussresultat beeinflussen können, wissen wir allerdings noch nicht. Die Veranstalter haben uns zum jetzigen Zeitpunkt lediglich mitgeteilt, dass es beim ESC 2009 einen Mix geben wird zwischen Jury-Bewertung und Televoting.

Waren denn in den vergangenen Jahren tatsächlich die Punkteallianzen aus dem Osten schuld, dass die Schweiz so schlecht abschnitt? Durch das Ländervoting entstanden Allianzen. Man muss das nicht verurteilen. Sicher aber ist: die Ausganglage der westlichen Ländern verbessert sich, wenn eine Jury miteinbezogen wird.

Hat die Schweizer Delegation aktiv für eine Regeländerung lobbyiert? Alle Länder können sich jeweils nach dem Contest zur Situation äussern. Diese Möglichkeit haben wir in den letzten Jahren jeweils wahrgenommen und gefordert, dass wieder eine Jury installiert wird. Insofern ist man unserer Forderung nachgekommen. Man muss sich aber bewusst sein, dass die Schweiz ein kleines Land ist: Wir haben nicht so viel Gewicht wie andere Länder.

Bislang zeichnete sich die Sendung aus durch Auftritte von schrillen und exotischen Interpreten. Ist es der Sendung nicht abträglich, wenn diese nun vom Bildschirm verschwinden? Im Osten ist Show und Tanz sehr wichtig. Nur wegen der Änderung der Spielregel wird man dort von dieser Ausrichtung nicht abweichen.

Zuletzt sind die Schweizer bereits im Halbfinal ausgeschieden. Da nützt ihnen die Regelung nichts. Richtig. Als DJ Bobo aufgetreten ist, konnten alle Länder über die Interpreten in den Halbfinals abstimmen. Letztes Jahr durften nur noch jene Länder die Stimme abgeben, die im jeweiligen Halbfinal dabei waren. Das hat die Situation für uns und alle westlichen Länder schon beträchtlich entschärft. Paolo Meneguzzi fehlten nur wenige Punkte für den Finaleinzug.

Könnte es auch sein, dass die Schweiz die falschen Interpreten an den Contest geschickt hat? Das ist eine gewagte Aussage. Wenn ein DJ Bobo sich bewirbt, finde ich es verständlich, dass die Jury sich für ihn entscheidet. Auch Paolo Meneguzzis Wahl war kein Fehlentscheid. Er hat sich gut geschlagen – auch wenn es ihm schliesslich für den Finaleinzug knapp nicht gereicht hat.

Was muss der nächste Schweizer Vertreter mitbringen, um mehr Erfolg zu haben als ihre Vorgänger? Der Song ist das A und O. Wichtig ist auch, dass der Künstler über viel Live-Erfahrung besitzt. Sonst ist er auf der grossen Bühne am falschen Ort.

Wie lautet Ihr Ziel für den Contest in Moskau? Wir gehen nicht an den Wettbewerb ohne klare Vorstellungen, was wir erreichen wollen. Wir wollen den Halbfinal überstehen. Dann hoffen wir, dass durch die neue Regelung eine gute Platzierung der Schweiz im Final möglich sein wird.

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