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Meine TV-Familie

Millionen schauen jede Woche den «Tatort». Am Sonntag läuft die 1000. Folge der erfolgreichsten TV-Serie, die es je gab. Auch unser Autor kann sich dem Reiz des Rituals nicht entziehen.

MeinungMartin Ebel

Nun, man kann nicht immer lesen. Oder schreiben. Der Kopf muss mal auf niedrigere Drehzahl runter. Also Fernsehen, abends. «Spannende Unterhaltung» kündigte die TV-Ansagerin an, als es die noch gab. Für mich gibt es da nichts ­Besseres als den «Tatort». Seit – na ja: fast seit es ihn gibt. Seit den 80er-Jahren auf jeden Fall. Und, mit zunehmendem Alter, zunehmender Verspiesserung: ­immer regelmässiger. Sonntagabend ist «Tatort»-Zeit. Mit der Familie, zu zweit, allein, wie es sich trifft. Sogar meine Mutter wird, ruft sie zur Unzeit an, auf später vertröstet.

Zehn Millionen Deutsche, eine Million Österreicher und 500'000 Schweizer halten es ebenso. Der «Tatort» ist ein gesellschaftliches Phänomen. Die viel ­gepriesenen HBO- oder Netflix-Serien, angeblich «die Kunstform des 21. Jahrhunderts», kommen da, zumindest im deutschen Sprachraum, nicht heran. Ich bin Teil einer Zuschauermasse, einer von Millionen. Warum die das tun, weiss ich nicht. Warum tue ich das?

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