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Neue Regeln am Eurovision Song Contest – Schweiz darf hoffen

Osteuropas Vorherrschaft am Eurovision Song Contest dürfte bald Vergangenheit sein: Künftig redet eine Jury mit. Damit kann sich auch die Schweiz wieder Chancen auf die vorderen Plätze ausrechnen.

Letzte Pleite: Paolo Meneguzzi flog heuer beim Eurovision Song Contest in Belgrad schon im Halbfinale raus.
Letzte Pleite: Paolo Meneguzzi flog heuer beim Eurovision Song Contest in Belgrad schon im Halbfinale raus.
Keystone
Sorgte letztes Jahr für viel Wirbel: DJ BoBo repräsentierte die Schweiz mit seinem Lied «Vampires are alive».
Sorgte letztes Jahr für viel Wirbel: DJ BoBo repräsentierte die Schweiz mit seinem Lied «Vampires are alive».
Keystone
Der erste Sieg für die Schweiz, dem ersten überhaupt: 1956 siegte Lys Assia mit «Refrain».
Der erste Sieg für die Schweiz, dem ersten überhaupt: 1956 siegte Lys Assia mit «Refrain».
Keystone
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Das Abschneiden der Schweizer Kandidaten am Eurovision Song Contest (ESC) war in den letzten Jahren eine einzige Serie von Niederlagen und Enttäuschungen: Wer auch immer ins Rennen stieg, landete unter «ferner liefen». So erging es im letzten Jahr dem mit Vorschusslorbeeren überhäuften Paolo Meneguzzi und so erging es ein Jahr zuvor auch DJ Bobo – beide schieden schon in der Vorrunde aus. Den Triumph trugen zuletzt vornehmlich Freaks oder Interpreten aus dem Osten davon: finnische Düster-Metaller, russische Rocker und Ausserirdische aus der Ukraine. Doch damit soll nun Schluss sein.

Denn künftig entscheidet nicht mehr das Publikum allein über die Leistungen der Interpreten. Anstelle des basisdemokratischen Verfahrens werden bereits am ESC 2009 in Moskau professionelle Juroren die musikalische Qualität der Beiträge bewerten, wie es in einem Newsletter der Organisatoren heisst. Das Urteil der Experten soll dann zu 30 bis 50 Prozent in den Wettbewerb einfliessen.

Die Veranstalter reagieren mit der Änderung des Abstimmungsmodus auf jene Kritiker, die den Wettbewerb durch eine «Punkte-Mafia» aus dem Osten verfälscht sahen. Denn während sich die Länder Osteuropas gegenseitig Punkte zuschoben, hatten die mitteleuropäischen Länder regelmässig das Nachsehen. Dies lag auch am sogenannten «Diaspora-Voting». Türken, Serben, Kroaten und Griechen stimmten in Westeuropa zu Tausenden für die Sänger aus ihrem Heimatland und sicherten ihnen oft eine optimale Punkteausbeute.

Beim Schweizer Fernsehen macht sich nach dem Entscheid der ESC-Organisatoren Erleichterung breit: «Wir begrüssen die Änderung des Abstimmungsmodus sehr», sagt SF-Sprecher Marco Meroni auf Anfrage von Newsnetz Tages-Anzeiger. «Mit der Einsetzung einer Jury zählt künftig die künstlerische Qualität -- und nicht mehr die nachbarschaftlichen Beziehungen.» Mit dem bisherigen Modus sei es für die Schweizer Künstler sehr schwierig gewesen, zu Punkten zu kommen.

Einfach wird es indessen für die einheimischen Interpreten auch in Zukunft nicht werden: Denn zuletzt blieben sie schon in den Halbfinals hängen. Und dort wird auch in Zukunft das Publikum allein über das Weiterkommen bestimmen.

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