No-Billag-Mann in der Höhle des Löwen

Gestern stellte sich ein Mitbegründer der No-Billag-Initiative den Fragen des bissigen «Rundschau»-Moderators Sandro Brotz.

Mitinitiant Andreas Kleeb stellte sich den kritischen Fragen von «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz.

Mitinitiant Andreas Kleeb stellte sich den kritischen Fragen von «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz. Bild: Screenshot SRF

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eine spannende Affiche war es: Der Mitbegründer der No-Billag-Initiative Andreas Kleeb wagte sich ins Studio von Sandro Brotz. Letzterer ist für seine bissigen Fragen bekannt. Desweiteren anwesend war Ladina Heimgartner, die stellvertretende Generaldirektorin der SRG, die sich ebenfalls den kritischen Fragen des Moderators stellen musste.

Den Anfang machte aber ein anderer. Mit Informationssendungen lasse sich kein Geld erwirtschaften, sagte Dominik Kaiser, CEO des Privatsenders 3+, in einem Einspieler und fügte an, Informationsformate seien sogar ein Verlustgeschäft. Deshalb würden auf 3+ nur Unterhaltungsprogramme laufen. Mit diesen Argumenten der No-Billag-Gegner legte Sandro Brotz den Fokus der Sendung auf die Informationsformate, die SRF im Fernsehen ausstrahlt.

Andreas Kleeb sah deswegen keinen Grund, sich um die Zukunft der SRG Sorgen zu machen, und verteidigte die Argumente der Befürworter – und damit des freien Marktes, dank welchem die SRG mit Werbeeinnahmen und Pay-TV-Paketen weiterhin überleben könne. Die kritischen Fragen von Sandro Brotz vermochten Kleeb keineswegs aus der Ruhe zu bringen. Souverän legte er die Argumente des Initiativkomitees dar und bedankte sich beim Moderator für die ausgewogene Berichterstattung und Diskussion in der Sendung.

Auch Ladina Heimgartner, das «Aushängeschild der Gegner von No-Billag», die sich im zweiten Teil der Sendung den kritischen Fragen von Sandro Brotz stellen musste, blieb erstaunlich ruhig – obwohl der Moderator seine Chefin nicht schonte. Sie könne die Kritik der Befürworter teilweise verstehen und garantierte, dass es selbst bei einem Nein am 4. März Reformen geben, die Annahme der Initiative jedoch den Kahlschlag für die SRG bedeuten würde.

Tatsächlich dürfte die «Rundschau» den Befürwortern der Initiative gefallen haben. Es kamen vergleichsweise mehr Unterstützer in Einspielern zu Wort als Gegner, Andreas Kleeb erhielt mehr Sendezeit als Ladina Heimgartner, und Sandro Brotz bewies, dass bei SRF durchaus auch kritische Töne zum und über das eigene Unternehmen geduldet, ja ernst genommen und beantwortet werden.

Erstellt: 25.01.2018, 11:21 Uhr

Artikel zum Thema

Die Musik spielt wie immer

Das SRF hat sein Jahresprogramm vorgestellt. Eigentlich ein Routineanlass. Doch diesmal schwebte über allem die Frage: Was, wenn das Volk am 4. März die No-Billag-Initiative annimmt? Mehr...

Ein Ja zu No Billag ist ein Nein zur SRG

Gastbeitrag Die Befürworter behaupten, eine Annahme der Initiative bedeute noch nicht das Ende der SRG. Warum das falsch ist. Mehr...

Bigler veranstaltet eigene «Arena» zu No Billag

Vor der Abstimmung über die Rundfunkgebühren lässt der Gewerbeverband eine eigene Diskussionssendung ausstrahlen. Moderieren wird die Sendung ein alter Bekannter. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Die Kunst des Überlebens: In der Royal Academy of Arts in London schwimmen 50 Ohrenquallen als Teil einer Kunstinstallation in ihrem Aquarium. Die Meerestiere sind einige der wenigen, die vom Klimawandel profitieren. (20. November 2019)
(Bild: Hollie Adams/Getty Images) Mehr...