Offen für das Unplanbare

Sarah Spale ist die Polizistin im ambitionierten neuen Krimi von SRF.

Schauspielerin mit Primarlehrerdiplom: Sarah Spale. Bild: ORF/ZDF/Daniel Winkler

Schauspielerin mit Primarlehrerdiplom: Sarah Spale. Bild: ORF/ZDF/Daniel Winkler

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Am Dienstagabend startet im Schweizer Fernsehen «Wilder», eine Krimiserie, die mit grossen amerikanischen und skandinavischen Vorbildern mithalten soll (SRF 1, 20.05 Uhr). Fernsehkritiker, die schon alle sechs Folgen gesehen haben, sind sich einig: Der turmhohe Anspruch wird erfüllt. Und sie schwärmen von der Hauptdarstellerin.

Sarah Spale spielt, heisst es, die Ermittlerin Rosa Wilder «zweifelnd, verschlossen und trotzdem empathisch». Einige halten Spales Verkörperung der hartnäckigen Polizistin aus einem Bergdorf sogar für einen zentralen Erfolgsfaktor der Serie. Spale erinnert die einen an Sarah Lund, die spröde Kommissarin der dänischen Krimiserie «Das Verbrechen». Andere sehen in ihr das Charisma Charlotte Gainsbourgs, der feingliedrig-­melancholischen Schauspielerin aus Paris.

Offizieller Trailer zur neuen SRF-Krimiserie «Wilder». Video: SRF

Solche Vergleiche hat Spale schon öfter gehört. Damit kann sie, sagt sie, so wenig anfangen, wie wenn ihre äussere Ähnlichkeit mit ihren beiden Kindern diskutiert wird. Dafür kann Spale recht genau benennen, was sie mit der Polizistin Wilder verbindet: «Wir haben beide keine Angst vor dem Unplan­baren.» Wilder lässt sich in der Serie auf die Ermittlungen in dem fiktiven Berner Oberländer Bergdörfchen ein, obwohl sie sich doch eigentlich in Kalifornien zur Profilerin hätte weiterbilden lassen wollen. «Mir imponiert, wie Rosa sich da reinkniet, statt durchs Hintertürchen zu verschwinden.»

Von sich selber sagt die 37-Jährige, die Schauspielerei habe sie «geholt». Das begann als Jugendliche mit einem Schnupperkurs an der Jungen Bühne Basel, der in ein vierjähriges Engagement mündete. Sie, die sich als «nicht besonders lustig» bezeichnet, wurde nach dem Besuch einer Clownschule für das Strassentheater Madame Bissegger engagiert. Und sie, die sich nicht sehr wohlfühlt, wenn sie Marketing für die eigene Karriere machen soll, erhielt eine Rolle in der internationalen Grossproduktion «Nachtzug nach Lissabon». Sie spielte unter dem Applaus der Kritiker an der Seite von Jeremy Irons, Bruno Ganz und Martina Gedeck.

Basler Dialekt durch Berndeutsch ersetzt

Das war vor vier Jahren – aber statt dann den internationalen Erfolg auszukosten und sich in neue Engagements zu stürzen, wartete Sarah Spale ab. Um das zu können und nicht zwingend schauspielern zu müssen, erarbeitete sich Sarah Spale mit dem Primarlehrerdiplom ein zweites Standbein. Wöchentlich zweimal nachmittags und abends betreut sie Teenager im Basler Jugendzentrum Breiti.

Und dann kam «Wilder». Die Städterin schlüpfte in die Haut der Bergdörflerin, den Basler Dialekt vertauschte sie mit einem seriös antrainierten Berndeutsch. Und jetzt, acht Monate nach Ende der Dreharbeiten in Urnerboden, entscheidet das Publikum über den Erfolg – und auch über eine allfällige zweite Staffel. «Die Figur der Rosa Wilder ist jedenfalls noch nicht aus­gereizt», sagt Sarah Spale.

Erstellt: 06.11.2017, 19:09 Uhr

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