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Seine Stimme ist sein Gesicht

Fast jeder weiss, wie er klingt, aber kaum einer, wie er heisst: Ernst Süss, der Fernsehsprecher und «Mister Sportpanorama» bei SRF.

Eine Marke ohne Namen: Ernst Süss in einer Sprechkabine des Schweizer Fernsehens.
Eine Marke ohne Namen: Ernst Süss in einer Sprechkabine des Schweizer Fernsehens.
Sabina Bobst

Ein Raum mit schallisolierten Wänden, ein Pültchen. Ernst Süss sitzt davor und wartet. «Als Sprecher ist man der Letzte auf der Baustelle», sagt er, und auf seiner Baustelle fehlt der Text. Am Abend wird seine Stimme die Wohnzimmer füllen. Kurz vor Mittag klingt sie noch zusammengefaltet wie ein Zirkuszelt. Was daran liegt, dass Süss in der Sprecherkabine Dialekt redet, Luzerner mit Zürcher Beiklängen, in die sich Betonungen einschleichen, die nach Bühne klingen – und der Stimme, die Abertausende kennen. Der Stimme, die bekannt ist wie Matthias Hüppi, weil Süss an Sonntagen «Mister Sportpanorama» ist. Ein Mister ohne Gesicht, eine Marke ohne Namen, weil das Schweizer Fernsehen die Verfasser der Beiträge nennt, nicht aber deren Sprecher. Was mitunter zur Situation führt, dass die Reportage einer Journalistin angekündigt wird, dann aber die Stimme eines Mannes zu hören ist. Doch heute ist Donnerstag, und an Donnerstagen gehört Süss’ Stimme «Einstein».

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