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Tatwaffe: Ein Sushi-Messer

Der Franken-«Tatort» spielt mit der Liebe, digital und analog, tödlich und vielversprechend. Als Krimi ist das eine recht zähe Angelegenheit.

Ermittlerduo, ratlos: Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel im Schlafzimmer des Opfers. Foto: Hager Moss (BR)
Ermittlerduo, ratlos: Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel im Schlafzimmer des Opfers. Foto: Hager Moss (BR)

Nach der katastrophalen Schwarzwaldfolge letztes Wochenende: Da ist selbst ein knapp durchschnittlicher «Tatort» aus Nürnberg fast eine Wohltat. In «Die Nacht gehört dir» treten Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Voss (Fabian Hinrichs) zum sechsten Mal gegen das Verbrechen an, nicht als Psycho-Duo, sondern realistischerweise assistiert von einem Team, das ausweislich seines breiten Dialekts sogar aus der Region stammt.

Das Tempo haben sie aber nicht erfunden im dortigen Kommissariat. Oder Regisseur Max Färberböck ist schuld, ein erfahrener Mann für Leinwand- wie Bildschirmproduktionen, aber eben auch einer, der sich nicht als Handwerker, sondern als Künstler begreift. Das schlägt sich in einer Vorliebe für merkwürdige Bildschnitte und einer übermässig ruhigen Gangart nieder. Die Verhöre ziehen sich zäh dahin, die Befragten schweigen gern lange, das Nachfragen der Ermittler geht ins Leere. Selbst das Aufbrechen einer Wohnung und schliesslich die Verhaftung wirken wie in Zeitlupe gedreht.

Dass die Perspektive nach der Hälfte des Films abrupt wechselt – bisher folgten wir der mühsamen Kärrnerarbeit im Kommissariat, jetzt wohnen wir plötzlich der Tat und ihrer Vorgeschichte bei –, macht die Geschichte auch nicht stärker.

Der Fall: Eine erfolgreiche Geschäftsfrau liegt tot in ihrer Wohnung, erstochen mit einem Sushi-Messer. Die Tote, nach aussen hin untadelig und unnahbar, war auf verschiedenen Dating-Portalen unterwegs; mit Erfolg, aber ohne Nachhaltigkeit. Nach einigen Monaten Honeymoon liess sie die Lover jeweils fallen. Echten Honig kauft der jungenhafte und immer etwas übereifrige Kommissar Voss regelmässig auf dem Wochenmarkt, bei einer hübschen Verkäuferin, die er auf die unbeholfene Weise anflirtet, die viele Frauen süss finden. Da bahnt sich also was an, ganz analog und traditionell. Ein thematischer Kontrapunkt, schon recht. Und ein romantischer Cliffhanger: Fortsetzung folgt.

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