Tschüss, Flücki: So begräbt deutsche Presse Schweizer «Tatort»

Gestern lief der letzte Luzerner «Tatort». Wie verabschieden die deutschen Zeitungen die ungeliebten Schweizer Kommissare? Die Presseschau.

In der letzten Folge des Luzerner «Tatorts» verabschieden sich die Kommissare per Segelschiff. Foto: SRF

In der letzten Folge des Luzerner «Tatorts» verabschieden sich die Kommissare per Segelschiff. Foto: SRF

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In der Schweiz musste der Luzern-«Tatort» oft Kritik einstecken, doch die Zuschauerzahlen waren gut, bis zu 800’000 schalteten sich ein, wenn die Kommissare Flückiger und Ritschard ermittelten. In Deutschland allerdings lagen sie auf dem letzten Platz aller «Tatort»-Teams. Lags an der Synchronisierung vom Schweizerdeutschen ins Hochdeutsche? An den Figuren, am Schauplatz oder an den einzelnen Drehbüchern? Hier ein letztes Mal die Stimmen aus dem «grossen Kanton» zum Schweizer «Tatort», bevor dieser von Luzern nach Zürich wechselt.

«Zeit»

Verschwörungstheorien, eine sinistre Website und ein toter Journalist: Der letzte Fall des Luzerner «Tatort»-Teams erzählt ziemlich lahm auf sein pathetisches Ende hin. Was hätte aus diesem Krimi werden können, wenn er mit der an Finesse und Komplexität interessierten Art entworfen worden wäre, in der etwa bestimmte US-amerikanische Serien und Filme Machtspiele entfalten! Zur Besprechung.

«Bild»

Anschauen? Geht so! Story ganz ordentlich. Es war ja nicht alles schlecht, was acht Jahre lang aus Luzern kam. Tschüss, Flücki, Liz und Angsthasen-Chef Mattmann! Zur Besprechung.

«Süddeutsche Zeitung»

Zum Abschied hätte man den Luzerner Ermittlern Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser) ein anständiges Drehbuch gewünscht – und nicht fünfzehn auf einmal. Die armen Elefanten treten sich gegenseitig auf den Rüssel in diesem überfüllten «Tatort». Zur Besprechung.

«Spiegel»

Fuck the Media! Und die Wirtschaft und die Politik gleich mit. Zum Abschied von Stefan Gubser als Kommissar Flückiger holt der Schweizer «Tatort» zu einem wirren Rundumschlag aus. Ein Desaster. 1 von 10 Punkten. Dieser desaströs aus dem Ruder laufende «Tatort» treibt die Paranoia voran, die er zu analysieren vorgibt. Kommissar Flückiger hat einen würdigeren Abgang verdient. Zur Besprechung.

«Frankfurter Allgemeine Zeitung»

Der Schweizer «Tatort» war jahrelang eher untertourig unterwegs. Zum Abschied dürfen Flückiger und Ritschard richtig aufdrehen – landen aber in einem abstrusen Korruptions- und Medienkomplott. Von der Machart her ist das holzschnittartig, belehrend und simpel, wie wir es auch von anderen Sonntagskrimis der ARD kennen, und nicht nur von diesen. Zur Besprechung.

«Frankfurter Rundschau»

Die Blässe des Luzerner «Tatorts» trat selten hinter der Wucht einer Folge zurück, so 2018 in dem gelungenen Echtzeit-Experiment «Die Musik stirbt zuletzt». Meistens bewies das Duo Flückiger/Ritschard, Stefan Gubser und Delia Meyer, stattdessen, dass die Rollenprofilierung ihrer deutschen Kollegen einem zwar auf die Nerven fallen kann, dass aber der unverbindliche Umgang mit dem Personal noch fatalere Folgen hat. Zur Besprechung.

(phz)

Erstellt: 27.10.2019, 22:08 Uhr

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