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TV-Kritik: Dein Feind und Killer

Ein spannendes Zeitgeistkondensat: Der heutige Bremer «Tatort» handelte erneut von einem Fall, in den Polizei und hohe Politik tief verstrickt waren.

Es gäbe Menschen, so der geständige Richter zu Filmende, «die sich gewissen Interessen in den Weg stellen.» Erwartungsgemäss wurde nicht vollends klar, was unter diesen «gewissen Interessen» en détail zu verstehen war – klar wurde jedoch, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zum Schutz dieser Interessen in deutschen Städten mehrere Menschen hatte ermorden lassen. Unter den Ermordeten war auch der Teenager Ole, der Richter Konrad Bauser mit einer Videoaufnahme erpresst hatte; das Tape zeigte Oles minderjährige Freundin Mel beim Sex mit Bauser.

«Puppenspieler» hiess der Streifen bezeichnenderweise, und die Bremer Filmemacher legten ihr eine Konstellation zugrunde, die in den «Tatort»-Folgen der letzten Wochen und Monaten bereits mehrmals angedeutet worden war (so kürzlich in der Wiener Folge), die diesmal aber mit besonderer Schärfte zutage trat: Einsame Kommissare ermitteln nicht mehr mit, sondern gegen die übermächtige Staatsgewalt und deren Lenker. Eine mobile High-Tech-Einsatzzentrale und eine eigens in den Fall eingeschaltete BKA-Beamtin versuchten zu vertuschen und Oles Freundin Mel zu diskreditieren.

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