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TV-Kritik: Ermittlung in der Parallelgesellschaft

In einer düsteren zweiten Folge geht das neue Dortmunder «Tatort»-Team um Kommissar Faber an die Grenzen, um einen Mord in einem Revier voller Armut und Verbrechen aufzuklären.

Ein drastisch inszenierter Mord an einem zwielichtigen Typen und ein Kommissar, der ein Auto mit einem Baseballschläger verschrottet – der neue «Tatort» aus Dortmund mit dem Titel «Mein Revier» fängt mit zwei Paukenschlägen an. Das Opfer Serkan Bürec, in den Worten von Revierpolizist Rainer Polland ein «Drogendealer, Zuhälter, Vollarschloch», war die rechte Hand von Geschäftsmann Tarim Abakay, sein Mann fürs Grobe. Wer hat ihn umgebracht? War es der Liebhaber einer Prostituierten, ein geprellter Geschäftspartner – oder gar ein Polizist?

In der Dortmunder Nordstadt leben viele Einwanderer in einer Parallelgesellschaft wie in Slums. Hier hat die Polizei wenig zu melden. In verfallenen Gebäuden hausen tausende von Bulgaren in Elend und Armut. Sie sind alle aus demselben Ort nach Deutschland gekommen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Über sie sagt Geschäftsmann Abakay: «Die Bulgaren machen die Drecksarbeit, und wir Türken verdienen daran. So wie es früher die Deutschen mit uns getan haben.» Die Männer gehen auf den Arbeiter-Strich und verdingen sich für Hungerlöhne auf dem Bau, die Frauen gehen anschaffen.

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