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TV-Kritik: «In Japan gibts das jeden Tag»

Kaum gebohrt, bebte die Erde: Die missglückten Geothermie-Experimente sorgten für grosse Kritik und für Misstrauen. Das war dem gestrigen «Club» allerdings kaum anzumerken.

Die Geothermie-Bohrung – die Suche nach heissem Wasser kilometertief in der Erde – ist in der Theorie eine vielversprechende Quelle erneuerbarer Energie, hat ihre Praxistauglichkeit aber hierzulande noch nicht erbracht. 2006 in Basel und vor elf Tagen in St. Gallen bebte die Erde nach Bohrungen.

Den gestrigen «Club» dominierten dennoch drei Befürworter: der St. Galler FDP-Stadtrat Fredy Brunner, einer der Hauptverantwortlichen der St. Galler Bohrung, Markus Häring, der das Basler Projekt mitgeplant hat, sowie Kathy Riklin, CVP-Nationalrätin und Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung für Geothermie. «In Japan gibts das jeden Tag», sagte Riklin zu den Beben in Basel und St. Gallen, die beide eine Stärke von 3,5 auf der Richterskala erreichten. Die Kritik an der Geothermie-Bohrung sei weitgehend irrational; in Basel etwa stehe das Erdbeben von 1356 in den Schulbüchern, die Menschen seien deswegen besonders sensibilisiert. Das sah auch Häring so, der dafür plädierte, die Bezeichnung «Erdbeben» durch das weniger verfängliche «Bergschlag» zu ersetzen, um weniger Emotionen zu wecken. Brunner, der mit Trotz auf die öffentliche Kritik an seinem Projekt reagierte, sagte, in St. Gallen habe halt das Glück gefehlt. Aber: «Die Solidarität in der Bevölkerung mit der Bohrung ist immer noch da.» Was andernorts darüber gesagt werde, interessiere ihn nicht.

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