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TV-Serien: Hilfe, zu viele Heroes

SF zeigt die neue Staffel von «Heroes». Erster Eindruck: Will man der Handlung folgen, sind geistige Superkräfte gefragt – oder der «Heroes»-Guide von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz.

«Heroes», diese krude Mischung aus Stephen King, «Akte X» und «X-Men», geht in die zweite Runde. Zur Erinnerung: Die Heroes sind gewöhnliche Menschen, die das Interesse einer Geheimorganisation auf sich ziehen, weil sie plötzlich aussergewöhnliche Fähigkeiten besitzen.

Die Normalos lassen Batman mitunter wie einen Autisten aussehen. Cheerleader Claire, zum Beispiel, ist unzerstörbar, der japanische Büroangestellte Nakamura kann durch die Zeit reisen, Polizist Matt liest Gedanken und so weiter. Auch einen bösen Hero gabs – er wurde zum Schluss der ersten Staffel im Plenum besiegt. Deshalb müssen sich die Helden nun ein neues Feindbild suchen. Bis ein solches gefunden ist, führen die Produzenten munter neue Freaks ein: Maya (Fähigkeit: Krankheiten auslösen), Monica (Bewegungen nachahmen – lies: Einbrecher mit kompliziertem Karateschlag bodigen) und Elle (Elektrizität bündeln).

Protagonisten-Inflation

Klingt verwirrend? Ist es auch. Bereits in der ersten «Heroes»-Staffel zählte man zehn Helden (respektive 11; Heldin Niki kann sich zweiteilen), jeder mit einer eigenen übermenschlichen Fähigkeit. Jetzt wird weiter aufgestockt – mancher Zuschauer hat sich für die Heroes insgeheim wohl schon Namensschilder gewünscht. Die Protagonisten-Inflation wird jedoch mit Absicht herbeigeführt, sie ist auch in anderen Serien zu beobachten. In «Grey’s Anatomy» wuseln 11 Hauptfiguren durch die Plots, die Mystery-Serie «Lost» bringts gar auf 13.

Der Grund für die Überbevölkerung lautet: Zuschauer-Optimierung. Indem Sender viele Charaktere zu Hauptfiguren machen, gewinnen sie eine breitere Fan-Basis. Mochte jemand im guten alten «Dallas» JR nicht, sah er sich die Serie nicht an. Nicht so bei «Heroes». Das Cast, ein Potpourri aus verschiedenen Nationalitäten, Hautfarben und Altersschichten, hält für jeden Zuschauer etwas parat. Ein weiterer Vorteil: Die Autoren brauchen eine Figur nicht dreimal sterben zu lassen – man hat genug Personal, um ab und zu jemanden glaubwürdig über die Klinge springen zu lassen.

Zehn Helden abgeschossen

Alles schön und gut, bräuchte man keine eigenen Superkräfte, um den vielen Handlungssträngen und Figuren folgen zu können. Sogar als altgedienter «Heroes»-Fan fällt dies schwer – Neueinsteiger sind sowieso verloren. In diesem Sinn gebührt den streikenden Hollywood-Autoren ein Dankeschön: Wegen des Streiks im vergangenen Jahr musste NBC die zweite «Heroes»-Staffel von 24 auf 11 Episoden kürzen. Dem Zuschauer wurden so mindestens zehn neue Helden erspart.

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