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Unhappy Beerdrinking

K.O.-Drinks, fesche Schwedinnen und überforderte Kommissare: Der neue «Tatort» kam vom Münchner Oktoberfest.

«Immer dös Gschiss mit der Scheiss-Wiesn», mault der Rechtsmediziner, als er mitten in der Nacht noch einen Bericht über die Partydroge GHB verfassen soll. Es ist Oktoberfest – genau wie jetzt – und in einem der Bierzelte sind mittlerweile ein gutes Dutzend junge Männer zusammengebrochen: vergiftet. Irgendwer mischt im Amperbräu riskante Knock-out-Cocktails, die auch mal tödliche Folgen haben. Ist es ein wütender Mitarbeiter? Ein rachedurstiger Ex-Mitarbeiter? Oder ein Psychopath, der mit dem Personal gar nichts zu tun hat?

Sechs Millionen Besucher kommen jährlich zum grössten Volksfest der Welt. Kein Wunder, dass die Ermittler Leitmayr und Batic (sieht man immer wieder gern: Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec) von ihrem 70. Fall völlig überfordert sind – zumal der Innenminister die Sache natürlich unterm Deckel halten will, des Milliarden-Umsatzes wegen, den das Münchner Oktoberfest jeweils generiert. Masse, Macht und Moneten heisst das Thema. Und der Kommissariatsboss kämpft, Vorsicht Ironie!, mit seinem eigenen Alkoholproblem. Leitmayr hätte eigentlich eh Urlaub. Wenn die Italiener zum Rambazambamachen nach München kommen, fährt er stets nach Italien, zum Zeichnen in stiller Landschaft; seine Wohnung hat er daher an zwei fesche Schwedinnen vermietet (fürs «Happy Beerdrinking!»). Dafür kann er zeitweise bei einer schönen Single-Mum unterkriechen und wird von zarten Gefühlen angehaucht (Burgtheateractrice Mavie Hörbiger als Wiesn-Kellnerin: zum Singen!) – ganz ohne dass «Die letzte Wiesn» dadurch zum angestrengten Psychogramm des Kriminalers mutieren würde.

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