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Was Heck konnte, konnte nur Heck

Mit seinem Näschen fürs Populäre verpasste Dieter Thomas Heck dem ZDF eine ganz eigene akustische Färbung. Im Alter von 80 Jahren ist er nun gestorben.

Dieter Thomas Heck ist tot. Er starb am 23. August im Alter von 80 Jahren. (Foto: Keystone/Martin Schutt)
Dieter Thomas Heck ist tot. Er starb am 23. August im Alter von 80 Jahren. (Foto: Keystone/Martin Schutt)

An Vielfalt und Kontrasten hat es im Leben von Dieter Thomas Heck nie gemangelt. Er arbeitete zum Beginn seiner Karriere als Autoverkäufer und wurde dann Schlagersänger. Er war als Kind ein Stotterer und später Radiomoderator. Er gilt heute noch als der grosse Pate des deutschen Schlagers, und er war stets der Schnellste, wenn es um viele Worte in kürzester Zeit ging. Immer wenn die «Hitparade» sich ihrem Ende zuneigte, rasselte er die Schlusstitel in einer Geschwindigkeit runter, die sonst keiner so akkurat schaffte. Was Heck konnte, konnte nur Heck.

Er war der Mann, der dem ZDF eine ganz eigene akustische Färbung verpasste, denn bei ihm lief die Hitparade stets im «Zett Dee Eff». Wichtig war dabei, dass nach der ersten Silbe eine betonte Pause gesetzt wurde. Jeder Fernsehzuschauer über 40 dürfte sich an seine gelegentlich leicht marktschreierische Art erinnern, denn die «Hitparade» kannte man, weil man sie entweder liebte oder hasste.

Gemeinsam mit Frank Elstner bei Radio Luxemburg

Heck wusste das, weil er sein Publikum kannte, weil er das Gespür des geschulten Profis hatte, in und an den Medien gewachsen war. Bevor er 1969 zum ersten Mal zur «Hitparade» lud, hatte er schliesslich schon einiges hinter sich. Er war ein halbwegs erfolgreicher Schlagersänger gewesen, und er gehörte zur frühen Crew bei Radio Luxemburg, jenem Sender, der in den 60er Jahren deutschsprachige Teens mit frechen Hits versorgte.

Bei Radio Luxemburg, wo er gemeinsam mit Frank Elstner und Camillo Felgen arbeitete, bekam der als Carl-Dieter Heckscher in Flensburg geborene Moderator den Thomas in den Namen gesetzt, weil es dort bereits einen Dieter gab. Geboren war jene Figur, die später gerne mal parodiert wurde als «der Dieter, der Thomas, der Heck».

183 Mal «Hitparade»

War er bei Radio Luxemburg noch einer unter vielen, so wurde er mit dem Start der «Hitparade» zum Solitär, denn bei den medialen Meinungsführern waren zur Jahrzehntwende zu den 70ern vor allem britische und amerikanische Hits angesagt, kein deutsches Rummtata. Heck störte sich nicht dran.

Mit seinem Näschen fürs Populäre, lotete er fein aus, dass die veröffentlichte Meinung nicht immer dem entspricht, was die Masse mag. Prompt wurde die «Hitparade» selbst ein Hit und eine Marke, die bis heute, da der deutsche Schlager wieder in vieler Munde ist, nachglüht.

Bis 1984 hat er die «Hitparade» 183 Mal moderiert. Nie wieder war die Sendung so erfolgreich wie mit ihm. Doch ihn zog es zunehmend auf andere Bühnen. Er profilierte sich im Fernsehen als Spielshowleiter («Die Pyramide»), spielte kleine Rollen in Serien und Fernsehspielen, doch sein Herz hing an den grossen Shows, bei denen er als Conferencier der alten Schule im Mittelpunkt stand und um sich herum jene sammelte, die den populären Takt der deutschen Seele beherrschten. Seine Shows, die richtig gross aufgezogen wurden, hiessen «Melodien für Millionen» oder «Musik liegt in der Luft».

Als der 70. Geburtstag nahte, zog sich Heck zurück von den grossen Bühnen. Er lebte danach vornehmlich in seinem Haus in Spanien, das er allerdings im März 2017 noch einmal verliess, um die Goldene Kamera für sein Lebenswerk entgegenzunehmen. Auf der Bühne wirkte er sehr gerührt, aber es war ihm anzusehen, dass die Jahre an ihm zehrten. Am Donnerstag ist Dieter Thomas Heck im Alter von 80 Jahren gestorben.

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