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Der Boulevard und die Bestie

Der «Medienclub» bereitete gestern Abend den Fall Rupperswil auf. Die Gelegenheit, vom Einzelfall zum Grundsätzlichen zu kommen, wurde verpasst.

Der letzte «Medienclub» von SRF war eine Katastrophe, eine wilde Schreierei zwischen links und rechts. Gestern Abend ging es ruhiger zu; man hörte sich an, versuchte auf Argumente einzugehen, gar zu so etwas wie «Erkenntnisgewinn» vorzustossen. Das Thema: der Fall Rupperswil «zwischen Journalismus und Voyeurismus».

Wenn es da einen Grat geben sollte, jenseits dessen man als Journalist abstürzt, dann wurde er nicht gefunden. Allzu sehr bissen sich die Beteiligten an den Methoden des Boulevards fest. «Blick» und «SonntagsBlick» – für Letzteren sass Katia Murmann in der Runde, Mitglied der Chefredaktion – hatten, so der Vorwurf, den Täter im Bild auf der Titelseite gezeigt, Angehörige identifizierbar gemacht, genötigt oder blossgestellt. Murmann bestritt jeden einzelnen dieser Vorwürfe (bis auf einen «Missgriff» eines «jungen Kollegen», das sei «nicht ‹Blick›-Style»), die Gegenseite beharrte darauf, so etwas sei indiskutabel. Franz Fischlin beschloss die Kontroverse jedes Mal mit einem «Da steht Aussage gegen Aussage».

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