Zum Hauptinhalt springen

«Wir machen, was das Publikum von uns erwartet»

«Arena/Reporter» wird eingestellt. Christa Rigozzi verliert damit ihren Moderationsjob bei SRF. Was sagt Moderator Jonas Projer zum Aus?

Frauenrechte, Kindererziehung, Handynutzung, Grenzerfahrungen – zusammen mit Christa Rigozzi führte Jonas Projer seit 2017 durch die «Arena/Reporter»-Sendungen.
Frauenrechte, Kindererziehung, Handynutzung, Grenzerfahrungen – zusammen mit Christa Rigozzi führte Jonas Projer seit 2017 durch die «Arena/Reporter»-Sendungen.
SRF

Herr Projer, wieso wurde die Sendung so schnell abgesetzt – sie startete im Juni 2017?

Es war ein schwieriger Entscheid. Doch wir befinden uns im Wahljahr. Und es werden wichtige Wahlen. Wir machen das, was das Publikum von uns erwartet, was unser Kernauftrag ist: Berichterstattung im Wahljahr. Deshalb muss «Arena/Reporter» zugunsten von Aussenarenas zu den Wahlen weichen. Das Budget liess es nicht zu, beide Formate zu realisieren.

Sind Sie enttäuscht?

Sagen wir es so: Ich bedaure es, auch wenn ich hier selber mitentschieden habe und überzeugt bin, dass es ein richtiger Entscheid ist. Es war eine Freude, mit einem Profi wie Christa Rigozzi zusammenzuarbeiten. Vieles an der Sendung hat gut funktioniert – beispielsweise, dass wir uns über längere Zeit im Voraus mit einem Thema beschäftigen und die Sendungen gemeinsam mit «Reporter» planen konnten.

War es nicht doch zu viel des Guten? Publikum, Dok, Social Media, Christa Rigozzi?

Ein Workshop mit dem Publikum hat da Interessantes ergeben: Das Publikum mochte die Kombination mit dokumentarischen Elementen, Christa Rigozzi kam sehr gut an. Was das Publikum viel kritischer bewertete: die Live-Einbindung des Publikums. Das habe die Sendung eher zurückgeworfen als vorwärtsgebracht.

Also doch Schwächen?

Ja, natürlich hatte die Sendung neben Stärken auch Schwächen. Doch daran hätten wir natürlich auch weiterarbeiten können. Der Grund, dass wir diesen Entscheid gefällt haben, ist das Wahljahr. Die Europafrage, die Rentenreform, das Thema Klima – in all diesen Dossiers wird das neue Parlament Entscheidungen fällen müssen. Deshalb fokussieren wir stark auf die Wahlen.

Und dort gab es für Christa Rigozzi keinen Platz auf SRF?

Christa Rigozzi und ich moderierten «Arena/Reporter» zusammen, nicht die freitägliche «Arena». Wir haben das immer unterschieden. Aber Christa war mehrmals zu Gast in der regulären «Arena» und hat hervorragende Auftritte gezeigt.

Wie publikumsnah kann man Politik machen? Wird es irgendwann zu trivial?

Ich glaube, allzu publikumsnah kann Politik gar nicht sein. Aber «Arena/Reporter» war in meiner Wahrnehmung überhaupt nicht trivial, genauso wenig, wie wir als Moderatoren es waren. Auch die Publikumseinbindung empfinde ich nicht als trivial. Die Herausforderungen waren eher dramaturgischer Natur: Reaktionen werfen eine Diskussion ganz automatisch immer einen Schritt zurück. Doch auch daran hätten wir natürlich weitergearbeitet, wie im letzten Jahr auch schon.

Aber das Budget …

Genau. Es wird gespart bei SRF, und wir mussten uns entscheiden. Darüber möchte ich mich nicht beklagen – mir ist klar, verglichen mit anderen Medienhäusern sind wir hier in einer sehr privilegierten Situation.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch