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Das lesen die Schweizer am liebsten

Orell Füssli fragte zu seinem 500-Jahr-Jubiläum nach den Lieblingsbüchern der Schweizer. Über 20'000 Voten gingen ein – die Ergebnisse überraschen.

Die Altersgruppe 25–34 war bei der Abstimmung am stärksten vertreten. Foto: Keystone
Die Altersgruppe 25–34 war bei der Abstimmung am stärksten vertreten. Foto: Keystone

Die Schweiz ist ein Leseland, das muss keine Studie bestätigen. Aber was lesen Schweizerinnen und Schweizer am liebsten? Das möchte man schon gern wissen. Das Unternehmen Orell Füssli, das 35 Buchhandlungen in der Schweiz betreibt, wollte das auch und veranstaltete zu seinem 500-jährigen Bestehen eine gross angelegte Umfrage.

Zwei Wochen lang konnte auf der Website abgestimmt werden, in fünf Kategorien – Roman und Erzählungen, Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch, Krimi und Schweizer Autoren – standen insgesamt 500 Titel zur Wahl. Rund 20'700 Voten gingen ein, erwartungsgemäss mehr als zwei Drittel davon von Frauen. Weniger erwartbar war, dass die Altersgruppe 25–34 am stärksten vertreten ist (die Gruppe 65 plus kommt erst an dritter Stelle).

Nun aber: die Ergebnisse. Beliebtestes Buch eines Schweizer Autors ist «Léon und Louise» von Alex Capus. Überraschend, aber nicht unverdient steht diese wunderschöne, unkonventionelle Liebesgeschichte in und zwischen zwei Weltkriegen mit 189 Stimmen auf Platz eins. Es folgt «Wandern ist doof» von Blanca Imboden und markiert gleich einen Trend: Die Schweizer Leserinnen und Leser mögen sowohl Bücher von höchster literarischer Qualität als auch das sogenannte leichte Fach.

In der Kategorie «Schweizer Autoren» ist Max Frischs «Homo Faber» der einzige Klassiker; dafür sind mit «Melnitz» von Charles Lewinsky, «Nachtzug nach Lissabon» von Pascal Mercier und «Die dunkle Seite des Mondes» von Martin Suter drei Longseller der jüngeren Vergangenheit vertreten, die man getrost zu modernen Klassikern erklären kann.

In der Kategorie «Romane und Erzählungen» schwingt ein Herz-Schmerz-Weltbestseller obenauf: «Ein ganzes halbes Jahr» von Jojo Moyes, mit 416 Stimmen. Er gehört ebenso wie Platz zwei – der erste Band der «Sieben Schwestern» von Lucina Riley – und «Das Herzenhören» von Jan-Philipp Sentker zu jenen Titeln, um welche die Literaturkritik einen Bogen macht. Der einzige Klassiker hier: «Stolz und Vorurteil» von Jane Austen (1813) auf Platz 6. Die grossen Erfolgstitel der letzten Jahrzehnte findet man auch: «Der Herr der Ringe» (Platz 3), «Das Parfum» (5) und «Der Alchimist» (9).

Aber – das konnte man fast blind tippen – Harry Potter schlägt sie alle! Band 1 der Hogwarts-Saga von Joanne K. Rowling ist mit 484 Stimmen das meistgenannte Buch aller Kategorien; zugeteilt war es allerdings der Kinder- und Jugendabteilung. Dort tummeln sich überwiegend Titel, die schon mehrere Generationen erfreut haben: «Der kleine Prinz» (Platz 2), «Die unendliche Geschichte» (4), «Pippi Langstrumpf» (5) oder «Der Hobbit» (10).

Das beliebteste Sachbuch ist mit 220 Stimmen «Darm mit Charme» von Giulia Enders. Mit «Gaddafis Rache» von Max Göldi und Viktor Frankls KZ-Erinnerungen «… trotzdem Ja zum Leben sagen» sind zwei dramatische Erlebnisberichte vertreten; ansonsten fehlen Politik und Zeitgeschichte gänzlich. Dafür: Lebenshilfe und Esoterik.

Spannung sucht das Schweizer Lesepublikum offenbar lieber im Krimi. Hier gewann Dan Browns «Illuminati» mit einer Stimme Vorsprung vor Stieg Larssons «Verblendung»; auf den weiteren Plätzen etliche Serienermittler, gleich zweimal der Brachial-Suspense-Autor Sebastian Fitzek sowie, etwas genrefremd, Frank Schätzings «Schwarm».

Wer nun selbst mit dem Schwarm lesen will: Die zehn Bestplatzierten aller fünf Kategorien sind ab heute in den Orell-Füssli-Buchhandlungen erhältlich. Details zur Umfrage und zu den Ergebnissen liefert Orellfüssli.ch/500.

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