Die Hollywood-Szene aus dem Sarganserland

Der Hollywood-Film «Point Break» läuft im Kino. Der Streifen zeigt spektakuläre Actionszenen. Dank Schweizer Expertise.

Spektakulär und gefährlich: Ausschnitt aus der Wingsuit-Szene. (Screenshot)

Spektakulär und gefährlich: Ausschnitt aus der Wingsuit-Szene. (Screenshot) Bild: Warner Bros. Pictures / Youtube

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Treffpunkt im Foyer des Kino Wengen: Mosaikboden, biedere Barlampe, Cola-Automat und ein Projektor, mit dem im Traditionskurort 50 Jahre Filme gezeigt wurden. Dank dem Verein Freunde Kino Wengen ist das Kino 2012 bis 2014 digitalisiert worden, und so konnte am 22. Januar die Premiere des Hollywoodfilms «Point Break» hier gefeiert werden.

Nicht von ungefähr: Ernst Michel, der mit seiner Firma Aschifilms die Produktion der Wingsuit-Szenen im Film leitete, ist in Wengen aufgewachsen und – Learning by Doing – durch Stefan Zürcher ins Filmproduktionsgeschäft gekommen. Sein Firmensitz für Europa ist in Wengen, der für die Welt in Australien. Er arbeitet gern mit dem hochgebirgserfahrenen Interlakner Kameramann Christoph Frutiger zusammen, weil sich jeder bedingungslos auf den andern verlassen kann. «Wir können füreinander die Hand ins Feuer legen», sagte Michel, bevor die Vorführung begann. Einbezogen in diese Aussage war auch Barry Holubeck, der für die Sicherheit verantwortlich war.

Gezeigt auf der Leinwand im gut besetzten Kino wurden reihenweise Extremstleistungen in Extremsportarten, laut und spektakulär inszeniert, verbunden durch eine Story mit FBI, Umweltguerillas und fernöstlicher Spiritualität. Der Wingsuit-Teil ist an der Jungfrau und in Walenstadt gedreht worden. Im Sommer 2014, bei viel Regenwetter. «Die Stimmung passt eigentlich gut zu den Filmszenen», findet Michel. Die Anforderungen an die Organisation aber stiegen. Gegen hundert Leute waren bei der Absprungstelle Melkstuhl an der Jungfrau, darunter zwanzig Bergführer. «Gut war, dass dort viel Platz ist», sagte Frutiger. Die Absprungszene wurde zehnmal aufgenommen.

Einmal ging in ­Sachen Heli gar nichts mehr: Die Crew musste zu Fuss absteigen, was für einige Betroffene eine ziemliche Herausforderung war, wie Frutiger erzählte. Er freut sich, die Landschaft im Lauterbrunnental problemlos mit den perfektesten Gegenden der Welt mithalten kann. Sie wirkt im Film, insbesondere mit Schmadribachfall-Bildern, fast mystisch. Dass die Wingsuit-Szenen im Lauterbrunnental gedreht wurden, sei auch dem Wingsuit-Topcrack Jeb Corliss zu verdanken, der als Stuntman mitwirkte und für den nur Lauterbrunnen infrage gekommen sei, erzählt Michel. Dass er selber in Wengen aufgewachsen ist, habe ihm bei der aufwendigen Logistik geholfen. Es sei wichtig, mit den Menschen hier «zämezhöckle u z rede» und ihnen den nötigen Respekt zu zeigen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 25.01.2016, 10:45 Uhr

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