Die Obsessionen eines Filmers

Kindheitserinnerungen, Träume und Männerfantasien: Eine Ausstellung spürt den Bildern nach, die den Filmemacher Federico Fellini inspirierten.

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Die Szene ist unübertroffen: Marcello Mastroianni als umtriebiger Journalist und Anita Ekberg als blonde Schauspieldiva stehen mitten im römischen Trevi-Brunnen für einen Moment im leidenschaftlichen Kusse vereint. Mehr als fünfzig Jahre ist es her, seit Federico Fellini dieses epochale Bild ersponnen hat. Doch noch heute begeistert es.

Das Unbewusste auf der Leinwand

Gleich eine ganze Parade solcher Fellini-Bilder präsentiert das Lausanner Musée de l’Elysée in einer Ausstellung, die morgen eröffnet wird. «Fellini, La Grande Parade» will ein visuelles Labor sein, in dem den Obsessionen Fellinis nachgeforscht werden kann. Die Schau zeigt Fotografien von Fellinis Filmsets, aber auch bewegte Bilder aus seinem filmischen Werk, Probeaufnahmen, Amateurfilme und herausgeschnittene Szenen. Fellini brachte in seinen Filmen die Bilder seiner Träume, seiner Kindheit und angeblich gar seines Unbewussten auf die Leinwand. Die Ausstellung spürt auch Fellinis komplexem Verhältnis zu den Frauen nach.

Weiter nährten die illustrierte Presse, Karikaturen, Comics und der Zirkus Fellinis Bilduniversum. Einen Einblick in die Psyche des Filmers liefern zudem schriftliche und zeichnerische Aufzeichnungen, in denen Fellini zwischen 1960 und 1990 seine Träume zu Blatt gebracht hat. Kuratiert wird die Schau von Sam Stourdzé, seit einem Jahr Direktor des Elysée. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Fellini-Stiftung in Rimini, der Stiftung Fellini für den Film in Sion sowie der Cinémathèque suisse und der Cineteca in Bologna. (jos)

Erstellt: 07.06.2011, 15:48 Uhr

Info

«Federico Fellini: La Grande Parade» im Musée de l'Elysée Lausanne. Vom 8. Juni bis 28. August 2011.

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