Die Sieger von Solothurn

Paul Rinikers «Usfahrt Oerlike» hat an den 50. Solothurner Filmtagen den Prix du Public gewonnen. Der Prix de Soleure ging an «Spartiates».

Die unprätentiöse Kunst des Schauspielers Jörg Schneider: «Usfahrt Oerlike» von Paul Riniker.


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Es ist der demokratischste Preis, den die Filmtage zu vergeben haben, und es ist das zweite Mal – nach «Sommervögel» im Jahr 2011 –, dass Riniker die Ehre zuteilwird. Viele Publikumssympathien mögen da zusammengekommen sein: die für den sanften Realismus einer menschenfreundlichen Inszenierung; die für die melodramatische Melancholie, die manchmal übers Realistische ein bisschen hinausschiesst; und vor allem die Sympathie für die stille, unprätentiöse Kunst des Schauspielers Jörg Schneider in seiner ersten und vielleicht letzten Hauptrolle in einem Schweizer Film.

Mit dem Prix de Soleure (60'000 Franken) zeichnete die aus Dominique de Rivaz, Melinda Nadj Abonji und Moritz Leuenberger bestehende Jury «Spartiates» aus, einen wuchtigen Dokumentarfilm über einen Kampfsportler. In einem miesen Quartier von Marseille betreibt Yvan Sorel seinen Club für Mixed Martial Arts. Er selber ist ein Star, aber noch wichtiger ist ihm sein Team: Kinder und Jugendliche, die er nicht selten verbal malträtiert, um sie anzutreiben (und den Worten auch mal mit Bauchhieben Nachdruck verleiht).

Dieser Oberspartaner ist nicht zum Aushalten, denkt man zuerst, aber dahinter steckt einer, der weiss, was er tut: Der Genfer Nicolas Wadimoff hat ihn bereits in einem Kurzfilm porträtiert, jetzt reicht er einen Kinofilm nach. Als teilnehmender Beobachter arbeitet er Widersprüche heraus, ohne Sorel und seinen Lebenskampf blosszustellen. Wie charismatisch der Kampfsportler ist, war nach der Premiere in Solothurn zu sehen: Der angereiste Star brachte das Publikum tatsächlich dazu, in seinen «Spartiates»-Kampfschrei einzustimmen. Es war nicht einmal peinlich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.01.2015, 18:00 Uhr

Post gibt Sponsoring auf

Die Post steigt nach elf Jahren als Co-Sponsorin der Solothurner Filmtage aus, sagte Festivaldirektorin Seraina Rohrer. Aber nicht nur das: Auch das Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon VD und das Zurich Film Festival müssen ohne postalische Sponsorenfranken auskommen.

Bei internationalen Filmfestival von Locarno hingegen geht die Post als Sponsorin nicht von Bord. Post-Sprecherin Nathalie Derobert-Fellay sagte am Abend in der Sendung «Forum» des Westschweizer Radios RTS, Festivals würden punktuell weiter für Kundenanlässe und -einladungen unterstützt.

Die Post unterziehe ihre Sponsoring-Strategie indessen einer Anpassung, fuhr Derobert-Fellay fort. Das Sponsoring im sozialen Bereich werde aufrechterhalten. Aber aus dem Sponsoring von Kino- und Laufanlässen werde sich der gelbe Riese zurückziehen und sich auf andere Engagements konzentrieren. Die Beträge, welche die Post ins Sponsoring steckt, sind nicht bekannt.

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