Gib Gas versus «Slow Down»

Nächste Woche gibt Vin Diesel im Raser-Film «Fast and Furious 5» Gas. Wie gut verträgt sich das mit der Präventionskampagne «Slow down», die langsameres Fahren propagiert?

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Bald liefern sie sich wieder wilde Autobahn-Rennen, die Helden von «Fast and Furious»: Vin Diesel als Gangboss Dominic Toretto und Paul Walker als Brian O'Connor. Breitflächig wird für den Autoraser-Streifen im Kino, Fernsehen und Internet geworben. Die beiden Helden würden «mit dem Rücken zur Wand und dem Fuss auf dem Pedal am besten funktionieren», kann man einem Pressetext zum Film entnehmen. Der fünfte Teil der Action-Reihe sei «noch rasanter und halsbrecherischer».

Wie verträgt sich ein solcher Film in den Kinos mit den Präventionsanstrengungen zur Fahrersicherheit in der Schweiz? Droht dem beliebten Fernseh-Schutzengel Franky mit seiner Botschaft «Slow down. Take it easy» nicht eine Bruchlandung, wenn die Jungen gleichzeitig Filme schauen gehen, in denen leidenschaftlich Autos frisiert werden?

«Verbote schiessen an der Zielgruppe vorbei.»

«Es ist nicht Sache der Kampagne, den Film zu verbieten», sagt dazu Selma Frasa-Odok vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV), welcher «Slow down» mitträgt. «Slow down» erreiche die Jungen, die auch «The Fast and the Furious» schauen, sehr gut. Verbote und Aufforderungen mit erhobenem Zeigefinger würden an der Zielgruppe vorbeischiessen. Die Kampagne setzt auf Anreize, wie Frasa-Odok sagt: «Verlangsamung kann cool sein.»

Zudem müsse man klar zwischen der Fiktion im Kinosaal und der Realität auf den Strassen unterscheiden. Ein Film könne nicht zwingend als Aufforderung zum Rasen angesehen werden. Die Wahrnehmung des Themas hänge von verschiedenen Faktoren ab, dazu gehöre auch die Sozialisierung der Jungen.

«Ob es gelingt, das Verhalten der Jungen auf der Strasse zu verändern, wird sich in künftigen Unfall-Statistiken zeigen.» Schon sicher ist: Unterhaltsam sind beide Kerle: Der Engel und der Muskelprotz.

Erstellt: 20.04.2011, 15:21 Uhr

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«Slow down. Take it easy» ist eine Kampagne für angepasste Geschwindigkeit im Strassenverkehr. Getragen wird sie vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV), der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) und dem Fonds für Verkehrssicherheit (FVS).

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