Kopf an Kopf beim Schweizer Filmpreis

Was für ein Debüt: Der erst 15-jährige Schauspiel-Newcomer Luc Bruchez holt auf Anhieb eine Nomination.

Luc Bruchez im Film «Le milieu de l'horizon». Foto: PD

Luc Bruchez im Film «Le milieu de l'horizon». Foto: PD

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Vor fünf Jahren holte Sven Schelker seinen ersten Schweizer Filmpreis – als Travestiekünstler Röbi Rapp im Drama «Der Kreis». Dieses Filmdebüt war zugleich der Startschuss zu einer bemerkenswerten Karriere, die den Basler Schauspieler via Muskelpumpen («Goliath») und einem kleinen Auftritt in der Serie «Homeland» zuletzt in den Dschungel von Borneo geführt hat: Als Bruno Manser im gleichnamigen Kinohit hat sich Schelker nun wiederum eine Filmpreis-Nomination als bester Darsteller gesichert.

«Bruno Manser» von Niklaus Hilber holte insgesamt drei Nominationen. Gleich viele gab es für «Moskau Einfach!» (Micha Lewinsky), «Baghdad in my Shadow» (Samir), «Der Büezer» (Hans Kaufmann) sowie die Dokumentarfilme «Immer und ewig» (Fanny Bräuning) und «Where we belong» (Jacqueline Zünd). Eine spannende Ausgangslage für die Verleihung vom 27. März in Zürich.

Bruchez, Schelker oder Basman?

Als Favorit wird allerdings der Westschweizer Film «Le milieu de l’horizon» von Delphine Lehericey ins Rennen steigen. Das Drama um eine zerrissene Bauernfamilie im Hitzesommer 1976 holte gleich vier Nominationen, darunter eine für den erst 15-jährigen Schauspiel-Newcomer Luc Bruchez, dem von manchen schon eine internationale Karriere à la Kacey Mottet Klein vorausgesagt wird.

Bruchez, der im Film wie selbstverständlich neben den französischen Co-Stars Laetitia Casta und Clémence Poésy spielt, dürfte bei der Ausmarchung Ende März die grösste Konkurrenz für Sven Schelker darstellen. Als Dritter in dieser Konkurrenz wurde Joel Basman («Der Büezer») nominiert. Basman triumphierte allerdings erst vor Jahresfrist («Wolkenbruch») und dürfte deshalb geringere Chancen haben.

Fantastisches und weniger Fantastisches

Durch die Nacht der Nominationen in Solothurn führte die Westschweizer Comédienne Brigitte Rosset, die sich als Animatorin zur Entspannung präsentierte und recht vieles fantastisch fand – und damit für Schmunzeln sorgte. Weniger fantastisch fand den Abend jedoch der Kurzfilm-Verband Pro Short, der vor dem Landhaus Flyer verteilte. Der Grund: Es gab zu wenige Kurzfilme, welche die strengen Kriterien erfüllten, um sich für den aktuellen Filmpreis zu qualifizieren.

Drinnen, im Saal, gelobte Filmchef Ivo Kummer Besserung und versprach, praktikable Lösungen zu erarbeiten. Sein Werbespot fürs Publikum, sich die nominierten Filme anzusehen, war dann aber weniger fantastisch: «Ich verspreche Ihnen, es gibt kein Werk darunter, bei dem man vor lauter Gähnen nicht pfeifen kann.» Da schien das Landhaus für einen Moment komplett entgeistert zu sein.

Erstellt: 23.01.2020, 20:40 Uhr

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