Kurzfilm der Woche

Kurzfilm: Ein misslungenes Fest

Nicht nur an Weihnachten, auch an Ostern kanns Familienkrach geben – und wie.

Generationenkonflikt ausser Kontrolle: Kurzfilm «Frohe Ostern».

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Dass aus der stillen plötzlich eine sehr laute Nacht werden kann, weiss man. Warum gerade zu Weihnachten die grossen emotionalen Explosionen stattfinden, liegt an einer Mischung aus überhöhten Erwartungen und strapazierten Nerven. Regisseur Ulrich Schaffner hat die festliche Kampfzone in seinem Film auf Ostern ausgeweitet. Vom Eiertütsch zum Tätsch quasi.

Im 12-minütigen Kurzfilm eskaliert der Besuch von Tom und seiner neuen Freundin Sophie im elterlichen Haus. Der 24-Jährige möchte seinen Eltern Sophie vorstellen, den kommenden Nachwuchs ankündigen und den Abbruch des Studiums erklären. Doch dies entspricht nicht der Karriereplanung seines Vaters – worauf es zu einem überraschenden Showdown zwischen den Generationen respektive ihren Weltanschauungen kommt. Am Schluss steht dann die Erkenntnis, dass... nun, das sei hier nicht verraten, bloss so viel: Der Züri-West-Song am Ende des Films («Fingts ds Glück eim»?) verfehlt seine Wirkung nicht.

«Frohe Ostern» erinnert mit seinem Setting und der Tragikomik an skandinavische Familiendramen. Aus Budgetgründen drehte Ulrich Schaffner in seinem Abschlussfilm der damaligen HDKZ (heute ZHDK) alles mit Handkamera im Ferienhaus der Eltern einer Mitstudentin. Herausgekommen ist so ein explosives Kammerspiel, das laut Regisseur auf Mitstudenten an der Uni beruht, die ganz «opportunistisch den Lebensstil der Eltern übernehmen und auf ihre Forderungen eingehen». Der Film ist an zahlreichen Festivals gezeigt worden und hat einige Preise gewonnen. Unter anderem in Locarno (Bester Nachwuchsfilm), Winterthur (Bester Schweizer Film) und Berlin (Nomination für First Steps Award). Ausserdem heimste er eine Nomination beim Schweizer Filmpreis ein.

(phz)

Erstellt: 06.04.2012, 11:47 Uhr

Film

«Frohe Ostern» von Ulrich Schaffner. Mit Dieter Stoll, Marlise Fischer. Schweiz, 2005. Produktion: HDKZ.

Neu: Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Ab heute zeigt Tagesanzeiger.ch/Newsnet in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils 24 Stunden online.

Die Stiftung Swiss Films ist die Promotionsagentur des Schweizer Filmschaffens. Als Partnerin der Filmschaffenden verstärkt sie die Sichtbarkeit und positive Wahrnehmung der helvetischen Filmkultur im Ausland und in der Schweiz. Kernaufgaben der Stiftung sind Verbreitung, kulturelle Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens.

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