Kurzfilm der Woche

Kurzfilm der Woche: Der Büezer und sein Helfer

«Handschlag» zeigt was passiert, wenn einem mürrischen Plattenleger unverhofft ein Schnupperstift zur Seite gestellt wird.

Aufruhr auf dem Bau: Mit dem neuen Schnupperlehrling hat in «Handschlag» niemand gerechnet.


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Rudy ist Plattenleger, bald sechzig und alleinstehend. Er flucht und raucht viel, sein Briefkasten ist leer und sein Auto springt immer öfter nicht an. Mit der Freude hat ers nicht so, dieser Rudy. Auch das abendliche Fussballspiel mit seinen Kollegen vom Bau scheint eher nach einer Pflichtübung, und in seinem Stammpuff schlägt sich die fehlende Begeisterung gar körperlich nieder. «Ich muess undere», sagt Rudy dann, «ich muess morn früeh uf.»

Umso skeptischer ist «Rüedu», als auf dem Bau plötzlich ein Schnupperstift auf ihn wartet: «Mir seit mer wider nüt!» Der Einfachheit halber stellt sich Asim als Andreas vor – suspekt ist er den Männern auf dem Bau trotzdem. Nicht nur, weil er das Schweineschnitzel beim Büezerzmittag verschmäht. Eigentlich hätte nämlich der Sohn von Martin, Rudys Kumpel, Interesse an der Lehrstelle. Warum also sollten sie stattdessen ausgerechnet ein «Yugo» bekommen?

«Handschlag» ist Gregor Freis Abschlussfilm an der Filmschule Ecal in Lausanne. Er wurde unter anderem am Cork Filmfestival in Irland und am International Film Festival Molodist in Kiev gezeigt. Am Kurzfilmfestival in Ingolstadt gewann er 2012 den Hauptpreis; von der Berner Filmförderung wurde er ein Jahr zuvor mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet.

Gregor Frei wurde 1984 in Oftringen geboren. 2007 gründete er das Filmkollektiv Hiddenframe. Seit seinem Abschluss an der Ecal arbeitet er als Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann.

(lkra)

Erstellt: 14.02.2014, 17:02 Uhr

Produktion

«Handschlag», 2011. 19 Minuten. Buch & Regie: Gregor Frei. Mit Manfred Liechti, Velid Kurtanovic, Markus Schrag. Produktion: ECAL und hiddenframe.

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils mindestens 24 Stunden online.

Die Stiftung Swiss Films ist die Promotionsagentur des Schweizer Filmschaffens. Als Partnerin der Filmschaffenden verstärkt sie die Sichtbarkeit und positive Wahrnehmung der helvetischen Filmkultur im Ausland und in der Schweiz. Kernaufgaben der Stiftung sind Verbreitung, kulturelle Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens.

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