Kurzfilm der Woche

Kurzfilm der Woche: Wenns der Ideologie an den Kragen geht

Was passiert, wenn ein Neonazi von einem dunkelhäutigen Mädchen verfolgt wird, zeigt Ivana Lalovic in «Zahn um Zahn».

Die Glatze ist frisch rasiert: Patrick Diemling als junger Neonazi im Kurzfilm «Zahn um Zahn».


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Ein junger Neonazi beobachtet drei Jungs, die auf dem Spielplatz ein kleines Mädchen bedrängen und auf Serbisch beschimpfen. Erst nachdem er bereits eingeschritten ist, erkennt er, was die Kapuze bis anhin verborgen hatte: Die Hilferufe waren zwar Schweizerdeutsch, doch das Mädchen ist ebenfalls Ausländerin. Ihrem Retter weicht sie nun nicht mehr von der Seite.

So wird das Glaubenssystem des jungen Neonazis auf die Probe gestellt, bevor er es überhaupt ausleben konnte: Seine Glatze hat er nämlich erst frisch rasiert, als er mit seiner Gang bereits das erste Mal von der Polizei verfolgt wird. Der Frischling fällt zurück, kann sich verstecken – und trifft auf die eben beschriebene Szene.

Max-Ophüls-Preis für ersten Langfilm

Die Frage nach Identität und Herkunft zieht sich durch das Schaffen der schweizerisch-bosnischen Doppelbürgerin Lalovic, was auch der Titel ihres Diplomfilms aus dem Jahr 2008 an der Zürcher Hochschule verrät: «Ich träume nicht auf Deutsch» heisst der Film, der mehrfach ausgezeichnet und an vielen Festivals gezeigt wurde.

Lalovics erster Langfilm «Sitting Next to Zoe» wurde eben an den Solothurner Filmtagen gezeigt und am Max-Ophüls-Filmfestival mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

(lkra)

Erstellt: 31.01.2014, 15:50 Uhr

Produktion

«Zahn um Zahn», 2009. 6 Minuten. Von Ivana Lalovic. Drehbuch: Florian Siegrist. Produktion: ABBC prod, Teleclub AG, Schweizer Radio und Fernsehen.

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils mindestens 24 Stunden online.

Die Stiftung Swiss Films ist die Promotionsagentur des Schweizer Filmschaffens. Als Partnerin der Filmschaffenden verstärkt sie die Sichtbarkeit und positive Wahrnehmung der helvetischen Filmkultur im Ausland und in der Schweiz. Kernaufgaben der Stiftung sind Verbreitung, kulturelle Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens.

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