Nicht mehr das brave Bärner Meitschi

Als eines von zehn europäischen Schauspiel-Talenten mit dem Titel Shooting Star steht die 27-jährige Tessinerin Carla Juri an der Berlinale im Rampenlicht. Ihr neuer Film heisst «Feuchtgebiete».

Shooting Star: Juri bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises Quartz (17. März 2012).

Shooting Star: Juri bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises Quartz (17. März 2012). Bild: Keystone

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Unabhängig von dem Festival, das am Donnerstag beginnt, sind ihr dieses Jahr Schlagzeilen gewiss. Der Film «Feuchtgebiete» von David Wnendt, der auf Charlotte Roches provokantem Bestseller aus dem Jahr 2008 basiert, kommt im Sommer in die Kinos. Juri spielt darin die Hauptrolle - eine junge Frau, die nach einer missglückten Intimrasur im Spital landet.

An Blut, Urin, Eiter und Sperma mangelt es in dem Buch offenbar nicht. Auch der Trailer des britischen Thrillers «Fossil», in dem die Tessinerin ebenfalls mitspielt, lässt härtere Kost erwarten als Juris preisgekrönte Darstellung einer höheren Tochter im Heimatfilm «Eine wen iig, dr Dällebach Kari» (2011).

Doch die Reihenfolge ihrer Rollen sei «Zufall», erklärte Juri gegenüber der Nachrichtenagentur sda: «Ich nehme gerne Rollen an, die mich herausfordern. 'Feuchtgebiete' hätte auch der erste in der Reihe sein können und 'Dällebach' der neueste.»

Giulietta Masina als Vorbild

Eine eigentliche Traumrolle habe sie nicht, erklärte Juri: «Aber ich hätte Lust, König Richard III. von Shakespeare zu spielen.» Die 27-Jährige bezeichnet den verzweifelten König («My kingdom for a horse!»), dessen Darstellung schon vielen Schauspielern zu Ruhm verhalf, als «Antagonist, für den man Verständnis hat».

Juri ist nach eigenen Angaben an «einigen spannenden Projekten» beteiligt. Details wollte sie noch nicht nennen. In Berlin werde sie alles auf sich zukommen lassen: «Es gibt eine Vielzahl grossartiger Filmemacherinnen und Filmemacher auf der Berlinale.» Ihr berufliches Vorbild allerdings ist längst verstorben.

Es handelt sich um die italienische Schauspielerin Giulietta Masina (1921–1994), die mit Federico Fellini verheiratet war und in dessen Filmen wie «La strada» (1954) ihre grössten Erfolge feierte. «Ich mag Masina sehr, sie hat tolle Filme gemacht, ohne jegliche Kompromisse», erklärte Juri. (sda)

Erstellt: 06.02.2013, 16:22 Uhr

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