Saul Landau ist tot

Der mit Filmen über Krieg, Armut und Rassismus bekanntgewordene Filmemacher erlag am Montag einer Blasenkrebserkrankung.

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Der Regisseur, Produzent und Autor von mehr als 40 Dokumentarfilmen und 14 Büchern arbeitete fast bis zu seinem Tod. Er veröffentlichte regelmässig Essays über die «Huffington Post» und andere Zeitungen. Manchmal schrieb er sie in seinem Krankenhausbett, teilte sein Sohn Greg mit. Der Blasenkrebs war bei Saul Landau vor zwei Jahren diagnostiziert worden.

Landaus Filme haben eins gemeinsam: Sie behandelten Themen, die sonst nicht in den Medien vorkamen - vom Leben in einem amerikanischen Ghetto 1966, seinem ersten Dokumentarfilm, über die Zerstörung einer mexikanischen Indio-Kultur bis zu den inneren Abläufen des Geheimdienstes CIA. 1968 porträtierte er den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro, 1971 den chilenischen Präsidenten Salvador Allende.

Als eines seiner wichtigsten Werke gilt «Paul Jacobs and the Nuclear Gang» von 1979. In dem Dokumentarfilm ging Landau den Folgen radioaktiver Verstrahlung nach den oberirdischen US-Atombombentests in den 1950er Jahren in Nevada nach. Der Film war nach seinem Freund Paul Jacobs benannt, der an Krebs erkrankte, den er auf die radioaktive Strahlung zurückführte. Jacobs starb, bevor der Film fertiggestellt war. Für den Film erhielt Landau den George-Polk-Preis für investigativen Journalismus und andere Auszeichnungen.

Der Film, auf den Landau nach eigenen Worten am meisten stolz war, war «The Sixth Sun: Mayan Uprising in Chiapas». Darin zeigte er die Rebellion und die Lebensbedingungen der verarmten Indios 1994 im mexikanischen Staat Chiapas. Unter anderen interviewte er den Führer der Aufstandsbewegung, Subcommandante Marcos. (phz/sda)

Erstellt: 11.09.2013, 08:21 Uhr

Saul Landau.

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