Schellen-Ursli in retro

Der Schellen-Ursli ist aus dem Bilderbuch auferstanden – nicht erst kürzlich, sondern schon vor über 50 Jahren.

Glücklich mit Glocke: Der Schellen-Ursli.


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Fast jeder kennt den Schellen-Ursli, das Bündner Büblein aus dem Bilderbuch von Selina Chönz und Alois Carigiet, das fast so berühmt ist wie Johanna Spyris Heidi. Für den Kinofilm «Schellen-Ursli» wurde die Figur gerade eben zum Leben erweckt. Allerdings nicht zum ersten Mal, wie der Kurzfilm der Woche aus dem Jahr 1964 zeigt. Darin stapft der Schellen-Ursli im Rekordtempo über Wiesen, Bäche und Schneefelder zu einem Maiensäss hoch, weil dort oben eine riesige Glocke hängt, die er unbedingt am Frühlingsumzug tragen will.

Unterwegs begegnet der Schellen-Ursli so vielen Tieren – Steinböcken, Hirschen, Murmeltieren, einem Reh, einer Kröte und einem Eichhörnchen – dass man sich fast schon in einem Tierfilm wähnt. Der Verantwortliche für Tieraufnahmen wird denn im Vorspann auch gebührend erwähnt, genau wie der Dirigent des Orchesters. Dieser hat fast die gesamten 18 Filmminuten zu tun, denn gesprochen wird im Kurzfilm nicht; schliesslich handelt es sich bei der Vorlage um ein Bilderbuch ohne Dialoge. Dafür kann man sich auf die Naturaufnahmen konzentrieren, die heimelig und modern zugleich wirken – wegen der satten Farben, die aussehen wie einer dieser Farbfilter auf Instagram. (dj)

Erstellt: 16.10.2015, 16:47 Uhr

Produktion

«Schellen Ursli» (1964/1965), 18 Minuten, von Ulrich Kündig. Produktion: Condor Films.

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils mindestens 24 Stunden online.

Swiss Films

Die Stiftung Swiss Films ist die Promotionsagentur des Schweizer Filmschaffens. Als Partnerin der Filmschaffenden verstärkt sie die Sichtbarkeit und die positive Wahrnehmung der helvetischen Filmkultur im Ausland und in der Schweiz. Kernaufgaben der Stiftung sind Verbreitung, kulturelle Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens.

Artikel zum Thema

Sie will fühlen, nicht verharren

Kurzfilm der Woche Im Kurzfilm «Elysion» sitzen nicht Roadmovie-Heldinnen Thelma und Louise im schnittigen Auto, sondern Mutter und Tochter. Eine sinnlich erzählte Science-Fiction-Geschichte. Mehr...

Der gestohlene Vater

Der heutige Kurzfilm erzählt von einem kleinen Jungen, der ein traumatisches Erlebnis verarbeitet, indem er sich eine Traumwelt erschafft. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Sweet Home Versteckspiel mit dem TV

Tingler Immer schöner

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Seit Tagen harren auf einem Rettungsschiff 629 Flüchtlinge aus. Spanien hat sich nun bereit erklärt, das Schiff im Hafen von Valencia anlegen zu lassen, nachdem Italien die Einfahrt in seine Häfen verweigert hatte. (16. Juni 2018)
(Bild: Karpov/SOS Mediterranee/handout ) Mehr...