Schweizer im Haifischbecken Hollywood

Wer im Filmbusiness eine grosse Nummer werden will, muss ins Ausland gehen. Wir verraten, welche Schweizer es in diesem Jahr zu Ruhm bringen – oder spektakulär untergehen könnten.

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Nichts erregt in der Schweiz mehr Argwohn als Leute, die offen bekennen, dass sie sich mit Mittelmass nicht zufrieden geben wollen. Dass sie nach den Sternen zu greifen versuchen und dies nicht nur im niedrig hängenden Schweizer Himmel, sondern lieber noch im Ausland. Was das Filmbusiness betrifft, liegt der Olymp in den USA, genauer in Kalifornien. Immer wieder pilgern Schweizer Filmstudenten, Ex-Missen und Models in die Staaten und versuchen dort ihr Glück zu finden. Einige werden zu Superstars wie unser Regie-Genie Marc Forster, andere können sich in Nischen etablieren wie die Bernerin Tibet-Aktivistin Yangzom Brauen, Anatole Taubmann oder Carlos Léal. Wieder andere besuchen Kurse und Castings, dümpeln einigermassen erfolglos vor sich hin, versäumen aber nicht, jeden neuen Lover oder auch Nagellack-Anstrich von Schweizer People-Magazinen abfeiern zu lassen. In dieser Disziplin hat sich Ex-Miss Nadine Vinzens bislang besonders hervorgetan.

Die Trümpfe

Doch es gibt auch Schweizer Protagonisten, die sich irgendwo zwischen Super-Erfolg und bodenloser Belanglosigkeit bewegen. Talente, die sich in den richtigen Kreisen bereits einen exzellenten Namen gemacht und vielleicht eine vielversprechende Karriere vor sich haben – sei das in Hollywood, der Independent-Szene oder als Rückkehrer vielleicht auch im deutschsprachigen Raum. Da gibt es zum Beispiel den Basler Giacun Caduff, der in Los Angeles an der Cal State University in Long Beach und der UCLA Film studiert hat. Hier sammelte er Erfahrungen als Drehbuchautor und Regisseur und in der Produktion. Vor zwei Jahren dann schrieb und produzierte er den Film «Etienne!» über einen todkranken Hamster, der noch einmal die Welt sehen darf, mit dem er bei zahlreichen Filmfestivals Erfolge feierte. Erfolge feierte auch Reto Caffi, der mit seinem Kurzfilm «On the Line» gar für einen Oscar nominiert war.

Ein weiteres vielversprechendes Produktions-Talent ist Eleanore Meier, Tochter von Yello-Musiker Dieter Meier. Die 26-Jährige hat in New York Filmproduktion studiert und mit «Macho» bereits einen Film vollständig selber produziert. Ihr zweites Werk «Northeast» soll dieses Jahr erscheinen. Zudem war Meier auch an der Produktion des Films «Lightmaker» ihres Vaters beteiligt. Schauspieler Joel Basman wiederum ist dieses Jahr in einer grossen Hollywood-Produktion zu sehen. Er spielt an der Seite von Cate Blanchett und Eric Bana im Thriller «Hanna» einen Killer. Engagements in Los Angeles hat auch der Schweizer Schauspieler Patrick Rapold, der momentan gerade mehrere Spielfilme in Los Angeles dreht. Nadine Vinzens wiederum absolvierte immerhin die Lee-Strasberg-Schauspielschule und hat genug Ehrgeiz, es immer weiter zu versuchen. Wer weiss, vielleicht hat das Schicksal ja bald ein Nachsehen und verschafft ihr eine Rolle, die all den Medientrubel im Nachhinein rechtfertigen würde. (mcb)

Erstellt: 06.01.2011, 11:39 Uhr

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