Was «Back to the Future» 1985 richtig voraussah

Fliegende Skateboards, Fünf-Sekunden-Pizza oder Videotelefonie. Wo der Kultfilm aus den Achtzigern richtig lag und was immer noch Zukunftsfantasie ist.

Auf dem besten Weg ein funktionierendes Hoverboard zu bauen: Skate-Legende Tony Hawk probiert das Hendo-Board. (Video: YouTube/Ride)


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In den Achtzigern waren die Fünfziger so lange her wie heute die Achtziger: «Back to the Future» warf damals erst einen Blick zurück und dann nach vorn. 2015 war das Jahr, in das Michael J. Fox in dem Film reiste. Den Machern gelangen einige faszinierende Prognosen.

Hoverboards gibt es freilich immer noch nicht. Die Skateboards ohne Räder, die über dem Boden schweben, bleiben eine Erfindung aus dem Film «Zurück in die Zukunft II», auch wenn einige Witzbolde mit mehr oder weniger guten Tricks im Internet etwas anderes behaupten wollen. So sehr Zukunft, wie man es sich 1985 vorstellte, ist 2015 halt doch nicht.

Dieses Hoverboard war nur ein ausgeklügelter Gag. (Video: Youtube/CJParkour)

Allerdings haben wir noch etwas Zeit, weil Marty mit dem DeLorean am 21. Oktober 2015 landete. Aber werden in den paar Monaten wirklich noch Schuhe Alltag, die sich selbst zuschnüren und Jacken, die sich der Grösse anpassen und sich automatisch trocken pusten?

Werden bis dahin Roboter mit Hunden Gassi gehen oder alle Türklinken durch Fingerabdruckleser ersetzt? Oder werden sich Rohlinge innerhalb von fünf Sekunden im «Hydrator» zur dampfenden Pizza verwandeln? Das wird es vermutlich ebenso wenig geben wie fliegende Autos.

Fünf Sekunden Pizza. (Video: Youtube/MOVIECLIPS)

Dabei war letzteres eher ein Scherz. «Uns war klar, dass in 30 Jahren nicht überall Autos rumfliegen», sagte Drehbuchautor Bob Gale schon vor fünf Jahren. «Aber he, es ist ein Film über die Zukunft und da braucht man fliegende Autos!»

Die Kinowerbung mit «Der Weisse Hai 19» war auch so ein Spass, zumal als Regisseur Max Spielberg angegeben war. Steven Spielbergs Sohn war 1985 gerade geboren. Vom Horrorfilm mit dem Hai gab es auch nur vier Teile.

Einige Treffer

Für einen vierten Teil von «Zurück in die Zukunft» gibt es trotz Gerüchten keinerlei Anzeichen. Christopher Lloyd, «Doc Brown» («eigentlich hiess meine Familie von Braun»), ist 76 und Michael J. Fox von Parkinson gezeichnet. Er hatte im ersten Film einen 17-Jährigen gespielt, war aber schon 24. Crispin Glover, sein Filmvater, ist drei Jahre jünger.

Der erste Film lebte von Witzen wie «Wer zum Teufel ist John F. Kennedy?» oder «Ein Schwarzer als Bürgermeister? Wo gibt es denn so etwas?» Nicht im Jahre 1955.

Der Blick ins Jahr 2015 gelang manchmal überraschend gut. Im Film hängen überall Flachbildschirme an der Wand – das ahnte damals nun wirklich niemand. Jeder kommuniziert mit anderen über Videotelefonie à la Skype und ein Display zeigt vorher an, wer anruft. Ein Apple im Antiquitätenladen? Die ersten Computer der Kalifornier sind heute beliebte Sammelstücke.

Hill Valley im Jahr 2015. (Video: Youtube/MOVIECLIPS)

«Surf Vietnam» steht auf einem Plakat und zehn Jahre nach Ende des Vietnamkrieges schien ein Strandurlaub im Ex-Feindesland geradezu absurd. Heute fliegen Tausende Amerikaner in das sozialistische Land in die Ferien. Und auch eine von Asiaten geprägte Weltwirtschaft sahen die Filmemacher schon voraus.

Kündigung per Fax

Aber manchmal lagen sie doch meilenweit daneben. So pünktlichen Regen («es hört in vier Sekunden auf») gibt es noch immer nicht und die Inflation ist auch noch nicht so weit fortgeschritten («Hast Du mal einen Fünfziger? Ich will mir eine Pepsi kaufen.»).

Der Tankwart wurde durch Roboter ersetzt? Nein, der Tankwart wurde durch den Kunden ersetzt. Mobiltelefone, Smartphones? Fehlanzeige, Marty und Doc kommunizieren per Walkie-Talkie. Und das Internet? Im Film bekommt Marty die Nachricht von seiner Kündigung per Fax. Per Fax!

Und auch bei der Kleidung lagen die Filmemacher daneben. Nicht nur, dass die ultramoderne Automatikkleidung nicht in den Läden hängt. Die Männer tragen auch nicht zwei Schlipse nebeneinander und die Jugendlichen nicht die Hosentaschen nach aussen. Aber wenn man sich Modetrends so anguckt: So schlecht ausgedacht ist das gar nicht. (jym/sda)

Erstellt: 01.01.2015, 15:03 Uhr

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