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Adam und Eve dürsten nach Blut

Jim Jarmusch hat mit «Only Lovers Left Alive» einen Leckerbissen von einem Vampirfilm gedreht.

Simone Meier
Ob sie diese Sonnenbrillen aus der Sammlung von Regisseur Jim Jarmusch stibitzt haben? Tilda Swinton und Tom Hiddleston in «Only Lovers Left Alive».
Ob sie diese Sonnenbrillen aus der Sammlung von Regisseur Jim Jarmusch stibitzt haben? Tilda Swinton und Tom Hiddleston in «Only Lovers Left Alive».
Filmcoopi
...und John Hurt als Schriftsteller Christopher Marlowe, der nicht nur als drogensüchtiger Vampirgreis weiterlebt, sondern insgeheim auch der wahre Autor von Shakespeares Werken ist.
...und John Hurt als Schriftsteller Christopher Marlowe, der nicht nur als drogensüchtiger Vampirgreis weiterlebt, sondern insgeheim auch der wahre Autor von Shakespeares Werken ist.
Filmcoopi
«Twilight» für Erwachsene: High vom Lebenssaft, entspannen sich Tilda Swinton und Tom Hiddleston beim Schäferstündchen auf blutrotem Sofa.
«Twilight» für Erwachsene: High vom Lebenssaft, entspannen sich Tilda Swinton und Tom Hiddleston beim Schäferstündchen auf blutrotem Sofa.
Filmcoopi
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Es sind ein paar prickelnde Momente, die das letzte halbe Jahrhundert unserer Film- und Fernsehgeschichte den Vampiren verdankt: Roman Polanskis Winterkomödie «Tanz der Vampire»; die wundervolle Teenie-TV-Serie «Buffy the Vampire Slayer»; die an sich vollkommen verzichtbare «Twilight»-Kino-Serie, die aber immerhin für bumsvolle Säle sorgte; der ambitionierte SchwedenSchocker «Let the Right One In» von Tomas Alfredson, eine ganz lakonische Neuinterpretation des Vampir-Genres; «True Blood», die Beisser-Fantasy-Serie von HBO, auch dies wie «Twilight» ein Geldquell sondergleichen, eine der Blutreserven des Senders, der sonst erlesenstes Qualitätsfernsehen macht. Und das sind nur die Eckzähne aus dem Riesengebiss der Vampirunterhaltung. Es nährt sich da der Vampir vom Menschen, und es nährt sich die Kulturindustrie vom Vampir, und da wären wir auch endlich beim jüngsten Vampirfilm, nämlich bei «Only Lovers Left Alive» von Jim Jarmusch. Denn Jarmusch führt den Beweis, dass einige der grössten Kulturdenkmäler von Vampiren erschaffen wurden. Dass diese hyperintelligenten Geschöpfe, die mühelos das Wissen von Jahrhunderten aufsaugen konnten, quasi als Ghostwriter hinter den schnell verblichenen Menschenkindern stehen, die wir heute als grosse Klassiker hochhalten. Hinter Shakespeare etwa. Oder Schubert. Und dass manche Kulturschaffenden selbst immer schon Vampire waren. Zum Beispiel der britische Schriftsteller Christopher Marlowe ( John Hurt), der bei Jarmusch nicht nur von 1564 bis 1593 gelebt, sondern quasi nach seinem offiziell bekannten Tod weiterhin für Shakespeare geschrieben hat und heute in Tanger als schwer drogensüchtiger Vampirgreis dahinsiecht.

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