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«Alle Mörder gaben mit ihren Taten an»

Joshua Oppenheimer hat mit «The Act of Killing» einen verstörenden Dokumentarfilm gedreht. Darin spielen indonesische Massenmörder voller Stolz ihre Untaten nach.

Filme über Massenmörder gibt es viele. Sie aber haben einen Film mit Massenmördern gemacht. Wie kamen Sie dazu, so viele Jahre mit Schergen des indonesischen Regimes zu verbringen?

«The Act of Killing» geht auf einen anderen Film zurück, den ich vor 12 Jahren über die Überlebenden des Putsches von 1965 drehte. Damals ging es um Plantagenarbeiter, die nach der Suharto-Diktatur eine Gewerkschaft gründen wollten, um sich gegen ihren belgischen Arbeitgeber zur Wehr zu setzen. Viele von ihnen hatten aber grosse Angst, weil ihre Eltern und Grosseltern bis 1965 in einer Gewerkschaft waren und deswegen umgebracht wurden. Nach dem Film baten sie mich, bald wiederzukommen, um einen weiteren Film zu drehen, diesmal über die Ursachen ihrer Angst. Also nicht über das Massaker von damals, sondern über die Folgen davon, dass diese Morde straflos geblieben sind. Darüber, was es für die Überlebenden und die Nachkommen der Opfer heisst, mit den Tätern von damals zu leben.

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