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Angeschwemmt und aufgestanden

Der Kurzfilm «Washed Ashore» wirkt auf das heutige Publikum anders als erwartet.

Eigentlich wäre der heutige Kurzfilm ja ganz schön: Ein neugieriger Junge macht sich auf, eine fremde Grossstadt zu entdecken. Er sieht viel Neues, viel Skurriles und macht sonderbare Begegnungen. Frauchen und Hündchen spazieren beide mit Afro-Mähne in den Frisiersalon, verlassen ihn dann wieder im Partnerlook, diesmal mit geglättetem Haar. Ein Strassenmusikant läuft mit einem phallusförmigen Instrument durch die Stadt, und der Flügelschlag eines – ja, sagen wir sichtbar männlichen – Vogels sorgt für ein Schmunzeln.

Doch schon der Titel leitet die Gedanken der heutigen Zuschauer in eine bestimmte Richtung und sorgt für eine bedrückte Stimmung: «Washed Ashore», an Land geschwemmt, erinnert an das Schicksal des Flüchtlingsbuben Aylan Kurdi, das die Welt erschütterte. Auch der Protagonist in diesem Kurzfilm erreicht nach einer stürmischen Nacht ungewollt die Küste einer für ihn fremden Welt. Nur, er steht auf, als die Wellen seinen Körper berühren.

Steht auf und läuft los. Rennt davon und rettet sich noch knapp vor dem Untergang. Er hat noch eine Chance, sein Leben zu leben.

Hinter «Washed Ashore» steht Jonas Ott. Der Filmemacher lebt in Rotterdam und arbeitet als selbstständiger Animationsfilmschaffender. Seine Filme sind voll seltsamer Charaktere und ungewohnter Perspektiven.

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