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Auch Könige haben Harndrang

Mit dem Spielfilm «A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence» hat der Schwede Roy Andersson in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Eine grossartige menschliche Groteske.

Ewiges tragikomisches Menscheln: Szene aus «A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence». Foto: Look Now
Ewiges tragikomisches Menscheln: Szene aus «A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence». Foto: Look Now

Der schwedische Regisseur Roy Andersson («Songs from the Second Floor», «You, the Living») hat seine «Trilogie über das Wesen des Menschen» jetzt nach vierzehn Jahren beendet mit dem Film «A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence». Das Gedächtnis speichert aber keine Taube, die uns reflektierend durch ein Drama führte. Keine sinnreiche Geschichte, die nacherzählt werden könnte, weil ein existenzphilosophischer Vogel sie einem vorgegurrt hätte. Es ist uns nichts anderes übrig geblieben, als den seltsamen Titel gewissermassen als Ast zu nehmen und selbst die Taube zu sein, die auf ihm hockte und auf ein existenzielles Gewusel blickte und die menschliche Komödie bedachte. Die Welt unter ihr war leichenbleich und hochkomisch in ihrem Kummer, und der Schatten des Todes lag über ihrer grotesken Trivialität.

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