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Aus der Kirche ins Zimmer

Bislang waren die Filme des russischen Regisseurs Andrei Tarkowski auf DVD nur in teils erbärmlicher Qualität erhältlich. Jetzt liegen sie endlich restauriert vor, in einer Box des Schweizer Trigon-Verleihs.

Christoph Schneider
Bequem ist es vor dem Fernseher, aber nicht auf dem Dreckboden der Welt in Tarkowskis «Andrej Rubljow». Foto: PD
Bequem ist es vor dem Fernseher, aber nicht auf dem Dreckboden der Welt in Tarkowskis «Andrej Rubljow». Foto: PD

Vielleicht ist es eine Verletzung des ­cineastischen Reinheitsgebots, sich die Filme von Andrei Tarkowski nicht im Kino anzuschauen, sondern auf DVD. Ein Ausdruck von schlechten Manieren. Denn es kommt einem vor, sie seien selbst in ihren feinsten Details für die Grösse bestimmt. Und für diesen dunklen Raum, in dem man unter lauter Leuten doch allein ist mit einer Bilderkomposition und der eigenen Wahr­nehmung. Sie verlangen Kondition von der Konzentration. Ihre sakralen Melodiebögen dulden keine Kaffeepausen. Und womöglich hat nun der Schweizer Trigon-Verleih die Versuchung zum ­Sündenfall befördert – durch die Herausgabe seiner wunderbaren DVD-Box mit sechs Tarkowski-Filmen. Da der DVD doch die Kaffeepause und die komfortable Möglichkeit zur halb konzentrierten Wahrnehmung quasi eingeschrieben sind. Das ist ihre sündige Natur.

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