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Blutiger Showdown

Quentin Tarantino, der am Filmfestival von Venedig als Jurypräsident amtet, mag das Grotesk-Überdrehte: Damit könnte ihm der japanische Wettbewerbsbeitrag «13 Assassins» bestens gefallen haben.

Ein Film voller Gewalt: «13 Assasins» von Takashi Miike.
Ein Film voller Gewalt: «13 Assasins» von Takashi Miike.
pd
13 Samurai-Kämpfer richten ein Blutbad an – und siegen gegen 200 Gegner.
13 Samurai-Kämpfer richten ein Blutbad an – und siegen gegen 200 Gegner.
pd
Der Film feierte am Filmfestival von Venedig Premiere.
Der Film feierte am Filmfestival von Venedig Premiere.
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Regisseur Takashi Miike lässt in seinem Werk 13 Samurai-Kämpfer ein Blutbad anrichten - inklusive blitzender Schwerter, rollender Köpfe und einer dröhnenden Tonspur, die das Metzeln akustisch imposant unterstreicht. Bis dahin vergeht allerdings einige Zeit.

Zuerst wird der Samurai Shinzaemon Shimada beauftragt, den brutalen Lord Naritsugu umzubringen. Der nutzt seine Macht willkürlich aus, vergewaltigt Frauen und richtet nebenbei ganze Familien hin. Shinzaemon Shimada rekrutiert daraufhin eine kleine Gruppe herausragender Samurai-Kämpfer, um ihn aus dem Weg zu schaffen.

Das Schöne an einem Samurai-Film sei, erklärte Regisseur Miike, «dass die Charaktere in nur einer Nacht das erreichen können, was in einer zeitgenössischen Geschichte 100 Tage dauern würde». Tatsächlich schaffen die edlen Samurai das eigentlich Unmögliche.

Genre-Elemente variiert

In einem kleinen Ort, durch den der Lord und seine grosse Beschützer-Schar reisen, kommt es zum blutigen Showdown. Die 13 Samurai stehen rund 200 Kämpfern gegenüber und erledigen einen nach dem anderen - und lassen sich dafür einiges einfallen.

Pfeile schiessen mit voller Wucht in Körper, Brücken fliegen in die Luft, brennende Stiere trampeln Gegner tot und natürlich schwingen die Samurai gekonnt und schön choreografiert ihre Schwerter. «13 Assassins» mutet wie das Samurai-Einmaleins des Tötens an und variiert dabei die Genre-Elemente wie Ehre und Selbstaufgabe.

Um ganz andere Zahlen geht es in dem italienischen Wettbewerbsbeitrag «Die Einsamkeit der Primzahlen» mit Isabella Rossellini in einer Nebenrolle. Basierend auf dem gleichnamigen Roman erzählt Saverio Costanzo die Geschichte von Alice und Mattia.

Potenzial nicht genutzt

Beide sind durch Unglücke in ihrer Kindheit traumatisiert, leben nur für sich und können sich niemandem anderen öffnen - wie Primzahlen, die nur durch sich selbst und durch Eins geteilt werden können, zu anderen Zahlen aber sonst kaum passen. Diese Grundidee birgt dramatisches Potenzial, doch das nutzt Costanzo leider kaum.

Denn auch wenn es um die Überwindung von Einsamkeit geht, so entwickelt der Regisseur die Geschichte lange Zeit nicht - obwohl die Zuschauer schon längst wissen, auf was er hinaus will.

Hinzu kommt, dass die Hauptdarsteller dermassen hölzern agieren, dass es schwer fällt, ihnen Mitgefühl entgegenzubringen. Ob das Quentin Tarantino gefallen hat? Hoffentlich nicht!

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