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Bund will Posträuberfilm nicht finanzieren

Ein Drehbuch zum 50-Millionen-Raub in der Fraumünsterpost in Zürich liegt seit Jahren bereit. Das Projekt hat nun einen Rückschlag erlitten, die Filmemacher sind dennoch optimistisch.

Mit diesem Auto führten die Räuber ihre fette Beute ab, später wurde es brennend in Wiedikon gefunden: Fiat Fiorino bei der Kantonspolizei. (3. September 1997)
Mit diesem Auto führten die Räuber ihre fette Beute ab, später wurde es brennend in Wiedikon gefunden: Fiat Fiorino bei der Kantonspolizei. (3. September 1997)
Handout

Diese wahre Geschichte spricht eindeutig für einen Kino-Kassenschlager: Am 1. September 1997 fuhren fünf junge Hobby-Gangster als Telecom-Mitarbeiter getarnt in den Hof der Fraumünster-Post in Zürich – um sie restlos auszurauben. Mit einer Beute von mehr als 50 Millionen Franken konnten die Diebe nach Deutschland, Italien, in den Libanon und nach Südspanien flüchten.

Weil sie jedoch dort mit dem erbeuteten Geld in Saus und Braus lebten, konnten alle gefasst werden. Fast die Hälfte der Beute stellte die Polizei damals sicher, die andere Hälfte (rund 26 Millionen) ist bis heute unauffindbar.

Bundesamt für Kultur winkt ab

Das Drehbuch zum geplanten Film ist bereits seit vielen Jahren im Kasten. Doch gemäss der «Schweiz am Sonntag» steht die Finanzierung für die Produktion, die mehr als 3 Millionen Franken kosten soll, noch immer auf sehr wackligen Beinen: Auf telefonische Anfrage heisst es beim Bundesamt für Kultur (Sektion Film), dass man das Drehbuch abgelehnt habe und man sich nicht an den Kosten beteiligen werde.

Dies ist ein herber Rückschlag für die Macher. Bei den Initianten gibt man sich trotzdem kämpferisch: «Aufgrund des Todesfalls des ursprünglichen Autors und Regisseurs haben wir den Stoff nicht nur personell, sondern auch inhaltlich komplett neu aufgegleist», verrät Produzentin Susann Henggeler (46) von der Zürcher Turnus Film AG. «Das Bundesamt für Kultur wird den Film in dieser Konstellation als neues Projekt begutachten.»

Internationale Koproduktion

Der Kinofilm über den Fraumünsterpost-Überfall werde nun eine internationale Koproduktion, dessen Finanzierung ein Jahr benötigt. Doch schon vor mehr als einem Jahr pries Susann Henggeler das Projekt, bei dem Starfilmer Dani Levy (55) als Regisseur verpflichtet werden konnte, in den Medien gross an.

Die Gauner-Komödie, wie beispielsweise auch «Ocean’s Eleven» mit George Clooney (52) eine sei, werde im Herbst 2014 ins Kino kommen, versprach sie. Henggeler damals: «Es ist eine sagenhafte Geschichte voller spannender Wendungen und faszinierender Zufälle, aber auch voller komischer Elemente.»

Wann, ob und wie der Film nun tatsächlich doch noch finanziert wird, möchte Susann Henggeler aber nicht beantworten und vertröstet die erwartungsvollen Kinofans: «Alles zu seiner Zeit. Gut Ding will Weile haben!»

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